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Offsetdruck

Synergien in der Gruppe – Standards in der Produktion

Vor der Omet XFlex X6 bei Helf Etiketten: (von links) Hannes Fink, Beatrix Hochleitner und Joachim Zeiler.

Mittwoch 24. Januar 2018 - Mit der XFlex X6 von Omet ist die Helf Etiketten GmbH innerhalb der Bizerba-Firmengruppe der Spezialist für standardisierten Offsetdruck

Umfangreiche Investitionen im Jahr 2016 haben der Helf Etiketten GmbH geholfen, ihre ambitionierten Ziele wie geplant zu erreichen. Für die österreichische Etikettendruckerei in Wiener Neudorf zählte dazu die Ausweitung der Kapazitäten für zusätzliche Aufträge aus dem regionalen Markt ebenso wie der Aufbau von speziellem Know-how für die weitere Standardisierung der Produktion. Der vorliegende Anwenderbericht zeigt, dass die Inbetriebnahme einer Omet XFlex X6 in beiden Fällen einen wesentlichen Beitrag leisten konnte.
Einen spürbaren Entwicklungsschub hat die Helf Etiketten GmbH erlebt, nachdem 2015 die Mehrheitsanteile der Etikettendruckerei durch die Bizerba-Unternehmensgruppe übernommen wurden. Unterstützt wurde die Entwicklung durch Investitionen, die sowohl in den Maschinenpark als auch in die Organisation und Infrastruktur des Standortes geflossen sind, wie Joachim Zeiler, Geschäftsführer der Helf Etiketten GmbH, erklärt.

Einstieg in die Offsetproduktion
Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die Installation einer neuen Druckmaschine vom Typ Omet XFlex X6 ein. Die Konfiguration der im August 2016 aufgestellten Produktionslinie umfasst fünf Offset- und drei Flexodruckwerke. Technologische Basis ist das Offsetdruckverfahren. Obwohl die Investitionsentscheidung für das Unternehmen gleichzeitig den Einstieg in die Offsetproduktion von Etiketten bedeutete, verlief die Inbetriebnahme schnell und ohne Probleme. Weniger als einen Monat nach Anlieferung der ersten Teile wurden bereits verkaufbare Auflagen gefertigt, erinnert sich Hannes Fink, Direktor Operations.
Traditionell war der Betrieb in der Vergangenheit im Buch- und später im Flexodruck aktiv gewesen. Bereits früh hat das Unternehmen jedoch in den Digitaldruck investiert und 2007 das erste System von HP Indigo in Betrieb genommen. Die Anschaffung einer UV-Flexodruckmaschine mit 530 mm Bahnbreite ermöglichte den Abbau von schmalbahnigen und zu diesem Zeitpunkt unlukrativ gewordenen Buchdruckmodellen.

Bewusste Entscheidung für neues Druckverfahren
Der Entscheidung, mit der Investition in eine Omet XFlex X6 im Unternehmen ein neues Verfahren einzuführen, gingen intensive Abwägungen voraus. „Der österreichische und süddeutsche Raum ist eher ‚offset-lastig‘, und die Zielsetzung hieß auch Wachstum im lokalen Markt“, so Hannes Fink. „Deshalb sahen wir für unseren Standort in einer Offsetrotation die richtige Wahl für eine konkurrenzfähige Ausstattung.“
Bei der Suche nach dem geeigneten Maschinenlieferanten waren alle namhaften Anbieter in der engeren Auswahl. Da bei Helf Etiketten sowohl im Bereich der konventionellen Verfahren als auch beim Digitaldruck viel mit der Bahnbreite von 530 mm gearbeitet wird, war dies eine der Voraussetzungen für die neue Offsetdruckmaschine. Der Teil der Anbieter, der hierfür keine passenden Modelle im Programm hatte, war somit aus dem Rennen. Ein weiteres Unternehmen fiel als Lieferant aus, nachdem es zu dieser Zeit sein Geschäft mit Druckmaschinen aufgegeben hat.

Gesamtpaket überzeugt am Ende
Den Ausschlag für die XFlex-Baureihe des italienischen Herstellers Omet gab letztendlich das Gesamtangebot, das von der Chromos GmbH als Handelspartner für den deutschsprachigen Markt unterbreitet wurde. „Das Paket aus Produktionsleistung, Druckqualität und Automatisierungsgrad sowie die Service-Betreuung vor, während und nach der Installation waren für uns sehr überzeugend“, erklärt Hannes Fink.
Wie enorm wichtig eine gut durchdachte Planungs- und Konzeptionierungsphase gerade beim Einstieg in ein neues Verfahren für eine Druckerei ist, weiß auch Beatrix Hochleitner von der Chromos GmbH aus ihrer langjährigen Erfahrung im Druckmaschinenvertrieb. Folglich organisierte das Augsburger Chromos-Büro für die Verantwortlichen der Firma Helf neben Maschinen-Demos im Herstellerwerk in Lecco zudem Besuchstermine bei Anwendern, die bereits seit zwei Jahren eine Omet XFlex X6 in der Praxis einsetzen. Deren Erfahrungsberichte waren am Ende besonders hilfreich für die Entscheidungsfindung.

Echter Partner mit Handschlagqualität
„Die Zusammenarbeit mit Chromos war mehr als eine gute Entscheidung“, schildert Joachim Zeiler im Rückblick seine persönliche Erfahrung. „Die Grundlage für einen Vertragsabschluss bildet die beiderseitige Akzeptanz der technischen und wirtschaftlichen Aspekte. Im Fall von Chromos waren zusätzlich auch die Beratung und vor allem die Vor-Ort-Betreuung in allen Projektphasen vorbildlich. Für Fragen war jederzeit kompetentes Fachpersonal verfügbar, und sämtliche Abmachungen wurden eingehalten. Solche Partner mit Handschlagqualität sind heutzutage selten geworden.“
Passend dazu wird auch das Partnerunternehmen Omet als Hersteller der ausgewählten Offsetrotation als sehr qualitätsbewusst beurteilt. Eine wichtige Rolle spielt zudem, dass die gelieferte Maschinenkonstellation deckungsgleich mit der strategischen Ausrichtung und den Vorgaben der Firma Helf in Sachen Wirtschaftlichkeit ist. Neben den fünf Offset- und drei Flexodruckwerken umfasst die Ausstattung automatische Auf- und Abwicklung von Kocher+Beck, ein Inspektionssystem von AVT zur 100-Prozent-Kontrolle und Verarbeitsmöglichkeiten wie Delam-Relam-Einrichtung, Laminierung sowie Kaltfolienprägung.
Außerdem kommt die Ausrüstung mit Wendekreuz u.a. für das von Bizerba entwickelte Plug-In-Label zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein System zur intelligenten Steuerung der Preis- und Warenauszeichnung, für das die neue Maschine passend konfiguriert ist. Dazu wird ein Code auf die Rückseite der Trägerbahn gedruckt. Beim Einlegen einer Etikettenrolle wird dieser Code vom Preisauszeichner mit einem Kamerasystem gescannt, der sich daraufhin selbstständig auf die jeweilige Anwendung einstellt. In diesem Produkt sieht die Bizerba-Gruppe aussichtsreiches Zukunftspotenzial. Ein weiteres Beispiel mit ebenfalls guten Chancen sind transparente Thermofolien.

Mehr Aufträge durch hohe Druckqualität
Ein wesentlicher Anteil der Helf-Kunden stammt aus den Marktsegmenten Food und Retail. Dementsprechend große Bedeutung haben deshalb Kriterien wie hohe Druckqualität und weitgehende Standardisierung vor allem bei großen Auflagen. „Mit der Entscheidung für den Offsetdruck war auch der Plan verbunden, zusätzliche Aufträge zu generieren“, erklärt Joachim Zeiler. „Einige Erfolge konnten wir in dieser Hinsicht bereits verbuchen.“
Qualitativ erfüllt der Offsetdruck vor allem solche Forderungen von Kunden, die anspruchsvolle Motive mit diffizilen Bilddetails, großer Tiefe, zarten Transparenzen und feinen Rasterverläufen umsetzen wollen. Die Abdeckung dieses Qualitätssegments gelang sowohl mit Buchdruck als auch mit HD-Flexodruck bisher nur lückenhaft. An der neuen Omet XFlex X6 verlaufen Farbabstimmungen äußerst reibungslos. Konsequenterweise fertigt Helf mit dieser Maschine natürlich Aufträge, die nach Offsetqualität verlangen. Gleichzeitig werden aber auch Jobs aus dem Flexodruck übernommen, weil viele dieser Aufträge sich damit noch effizienter produzieren lassen. Nach wenigen Monaten war die neue Drucklinie zweischichtig in Betrieb, und der Ausstoß an bedruckten Quadratmetern lag bereits deutlich über der anfänglichen Kalkulation.

Erfolgsfaktor Standardisierung
Zu diesem Erfolg trugen auch die Maßnahmen zur Standardisierung bei, die parallel zum Aufstellen der Maschine ergriffen wurden. Der international anerkannte Standard ISO Coated v2 sorgt für eine verlässliche Kommunikation mit Kunden und Agenturen. Zudem entfallen durch das standardisierte Color-Management die früher üblichen Modifikationen in der Repro. In einem weiteren Schritt wurden die einzelnen Druckverfahren so angeglichen, dass ein problemloser Wechsel zwischen analogen und digitalen Drucksystemen möglich ist.
Auf die beiden Alternativen Offset- und Digitaldruck sollen die Aufträge für industriell gefertigte Haftetiketten in Zukunft aufgeteilt werden. In dieser Hinsicht ist es ein wichtiger Vorteil, dass die Omet XFlex X6 beispielsweise dank gespeicherter Job-Daten auch kleinere Auflagen ab rund 2000 Laufmeter wirtschaftlich produziert. Da als digitaler Gegenpol ein Drucksystem zur Verfügung steht, das auch größere Lauflängen bewältigen kann, wächst der Auflagenbereich, in dem sich beide Technologien überlappen. Das erhöht die Wahlmöglichkeiten, je nach Anforderung das günstigste Verfahren zu nutzen.
Hoher Papieranteil durch Thermo-Etiketten
Ein echter Pluspunkt für Helf Etiketten ist das umfangreiche Know-how der Bizerba-Gruppe auf dem Gebiet der Thermo-Etiketten. Vor allem in diesem Produktsegment hat in der jüngeren Vergangenheit das stärkste Wachstum stattgefunden. Das erklärt auch den hohen Papieranteil bei den bedruckten Substraten. Mehr als zwei Drittel der gefertigten Etiketten bestehen aus Papier; und wiederum die Hälfte davon ist Thermopapier. In diesem Zusammenhang profitiert der Standort in Wiener Neudorf logischerweise auch von der unternehmenseigenen Produktion spezieller Qualitäten von Thermo-Haftmaterial im Bizerba Etikettenwerk in Bochum.
Die Erfahrung, die das Unternehmen Helf in den Bereichen Offsetdruck und Standardisierung mittlerweile vorzuweisen hat, steht wiederum den übrigen Standorten in der Firmengruppe zur Verfügung. Da Know-how in beide Richtungen fließt, können alle Beteiligten von dieser Synergie profitieren. Das gilt auch für das Thema der Zertifizierungen. Neben der DIN ISO 9001 hat sich der österreichische Standort auch für das Umweltmanagement 14001 zertifizieren lassen.
Neue Maschine schnell im Griff
„Der Einstieg in das neue Druckverfahren wurde unserem Personal ferner dadurch erleichtert, dass die Betreuung sowohl durch Omet als auch durch Chromos-Mitarbeiter teilweise über den vereinbarten Umfang an Schulungsmaßnahmen hinausging“, lobt Joachim Zeiler. „Damit hatten die Bediener das anspruchsvolle Maschinensystem bereits nach kurzer Zeit sicher im Griff.“
Spielraum für weitere Optimierungen sieht Hannes Fink noch bei der besseren Ausnutzung der maximalen Produktionsgeschwindigkeit von 200 m/min. Im Durchschnitt werden derzeit ca. 100 m/min erzielt. Den hauptsächlichen Engpass bildet dabei das Inline-Stanzen. Durch die Verlagerung des Stanzprozesses auf ein Offline-System plant das Unternehmen die Leistung der Offsetdruckmaschine noch deutlich zu steigern. Die UV-Anlage von GEW ist bereits so ausgelegt, dass auch bei dann höheren Geschwindigkeiten noch eine sichere Härtung gewährleistet ist. Die Verwendung von Low-Migration-Farben, die an der Omet-Maschine bei Helf Etiketten zu 100 Prozent zum Einsatz kommen, ist dabei schon berücksichtigt.

www.chromos.de
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