Aus den Unternehmen
Werner Thieme wird 80: Pionier und Unternehmer aus Überzeugung
Samstag 01. März 2008 - Vom Schlosserlehrling zum internationalen Technologieführer
Werner Thieme wird 80, und sein Lebenslauf ist vor allem durch Pioniergeist, Flexibilität und Treue zu sich selbst geprägt: Nach der Schlosserlehre folgten Stationen als technischer Zeichner und Großhandelskaufmann. 1960 wagte Thieme mit der Gründung der THIEME Maschinenfabrik OHG den Schritt in die Selbstständigkeit, bereits 1965 gründete er eine weitere Firma: die Kunststoffe Werner Thieme KG.
Heute gilt die THIEME GmbH & Co. KG mit ihren beiden Geschäftsbereichen Polyurethan und Drucksysteme als unabhängiges Familienunternehmen mit jahrzehntelangem Erfolg auf dem internationalen Markt. Besonderes Kennzeichen: Flexibilität! So passte und passt sich THIEME jederzeit den Bedürfnissen des Marktes an. Dass in den Anfangsjahren so unterschiedliche Produkte wie Sektkapselautomaten, Zigarettenfilter- und Lebkuchenmaschinen, Wohnwagendächer und Abwasserbehälter hergestellt wurden, kann man sich vom heutigen Technologieführer kaum mehr vorstellen. Produziert wurde damals, was der Kunde brauchte. Erst in den 1970er Jahren begann sich die Fokussierung von THIEME auf die beiden Geschäftsfelder Siebdruckmaschinen und Polyurethan-Formteile abzuzeichnen, die den heutigen Erfolg des Unternehmens begründen.
Jetzt wird Firmengründer Werner Thieme 80 Jahre alt und sprüht noch immer vor Pioniergeist und Tatendrang. Im besten Sinne konservativ war und ist er nur beim Thema Standort: In all den Jahrzehnten blieb er seiner Breisgauer Heimatgemeinde Teningen treu.
Werner Thieme innovativ, kreativ, ideenreich
Wir begannen 1960 in einem Raum, erinnert sich Werner Thieme, und der war ausgestattet mit einer Drehbank, einer Fräs-, einer Bohr- und einer Kurzhobelmaschine. Produziert wurden damals Maschinenteile auf Basis von Lohnaufträgen. In der 1965 gegründeten Kunststoffe Werner Thieme KG wurde zunächst glasfaserverstärkter Polyester (GFK) verarbeitet, später stellte man unter anderem Behälter für die Landwirtschaft für die Firma Graf sowie Wohnwagendächer, Schwimmbecken, Wasserrutschen und Abwasserbehälter für die Firma Mack her. 1972 begann Thieme mit der Entwicklung und Herstellung von Formteilen aus Polyurethan, und im Bereich Maschinenbau konzentrierte sich der ideenreiche Badener ab 1976 auf den Siebdruck und erfüllte sich damit endlichen seinen Traum von einem eigenen Produkt.
Die zunehmende Globalisierung verstand Werner Thieme dabei trotz aller Heimatverbundenheit und Treue zum Standort Teningen nie nur als Bedrohung, sondern auch als eine Chance und ergriff sie: So beschäftigt Thieme heute in den beiden Geschäftsbereichen Drucksysteme und Polyurethan weltweit rund 500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von nahezu 85 Millionen Euro. Hauptsitz der THIEME GmbH & Co. KG ist nach wie vor Teningen. Vertriebs- und Service-Niederlassungen befinden sich in Frankreich, Großbritannien und in den USA. Ein Grund übrigens, weswegen Thieme Englisch lernte, um mit den internationalen Geschäftspartnern auch direkt sprechen zu können.
Werner Thieme immer noch tatkräftig dabei
Das Unternehmen wird nun in zweiter Generation von Frank Thieme geführt. Doch dies bedeutet nicht, dass sich Werner Thieme komplett aus dem Geschäft zurückgezogen hätte: Noch immer steht er seinem Sohn beratend zur Seite und unterstützt ihn durch seinen großen Erfahrungsschatz.
THIEME steht heute äußerst solide da: Die Firma konnte bereits im Jahr 2006 erhebliche Geschäftszuwächse vermelden und 2007 wurde zu einem herausragenden Jahr: THIEME steigerte seinen Gesamtumsatz allein in diesem Jahr um 20 Millionen. Werner Thieme kann daher kurz vor seinem 80. Geburtstag mit großer Zufriedenheit auf sein Lebenswerk zurückblicken.
Werner Thieme engagiert für den Mittelstand
Neben dem Unternehmerdasein prägte Werner Thieme vor allem sein Engagement in der Öffentlichkeit. In zahlreichen Ehrenämtern bewies und beweist der Unternehmer bis heute seine Verantwortung für die Region, so beispielsweise in der langjährigen Mitgliedschaft im Beirat und Vorstand sowie sieben Jahre währenden Präsidentschaft des regionalen Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden e.V. (wvib) und im Aufsichtsrat der Volksbank. Die Kräfte des Mittelstandes zu bündeln, um global besser zu agieren, wurde für ihn zu einem zentralen Leitmotiv, das auch sein Engagement für den wvib bestimmte. So aufgeschlossen er sich einerseits gegenüber modernen, globalen Entwicklungen zeigt, so unbeirrt hält er andererseits an den heute leider etwas aus der Mode gekommenen Grundwerten wie Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Rechtschaffenheit fest.
Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er von der Gemeinde Teningen mit der Verdienstmedaille in Gold und vom Land Baden-Württemberg mit der Stauffer-Medaille ausgezeichnet. Als höchste Ehrung erhielt er 1993 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Schon immer war Werner Thieme bekannt dafür, dass er sich mit einer einmal erreichten Situation nie zufrieden gab und stets auf der Suche nach etwas Neuem war, denn die Freiheit, neue Wege zu beschreiten, ging und geht ihm über alles. Man darf also schon gespannt sein, was sich sein visionärer Geist für die nächsten Jahre vorgenommen hat.



