Verpackung
SCREEN auf der interpack 2026: Warum die Verpackungsdruckindustrie ihren Wechsel zum digitalen Inkjet-Druck beschleunigt
Donnerstag 04. Juni 2026 - Von der PPWR-Compliance bis hin zu steigenden Kunststoff-Inputkosten infolge von Störungen in der Straße von Hormus: Die Konverter auf der interpack 2026 navigieren in einem Sektor im strukturellen Wandel, und der digitale Inkjet-Druck entwickelt sich zur zentralen Antwort.
SCREEN hat seine Ausstellung auf der interpack 2026 abgeschlossen und dabei digitale Inkjet-Drucklösungen präsentiert, die die vollständige kommerzielle Lebensfähigkeit der Inkjet-Technologie in der Papier- und Kunststoffflexverpackung sowie in der Etikettenverarbeitung unter Beweis stellten. Gespräche auf der Messefläche, Konferenzpräsentationen und SCREENs eigene Live-Demonstrationen wiesen durchweg auf einen Verpackungsdrucksektor hin, der gleichzeitig unter Druck aus mehreren Richtungen steht, wobei der digitale Inkjet-Druck wirksame Lösungen bietet.
Lieferkettenunterbrechungen und das Argument für Papierverpackungen
Das bedeutendste Thema auf der interpack 2026 war eines, das viele Teilnehmer nicht erwartet hatten: die Auswirkungen der Instabilität in der Straße von Hormus auf die globale Kunststoff-Lieferkette. Die anhaltenden Störungen haben die Verfügbarkeit petrochemischer Produkte stark reduziert, und die Konsequenzen in Europa sind bereits messbar. Die Polyethylen-Spotpreise sind deutlich gestiegen, wobei einige sogar die Niveaus der Russland-Ukraine-Krise 2022 überstiegen haben.
Branchenanalysten sind sich einig, dass die Erholung langsam verlaufen wird. Schifffahrtsnetzwerke, Produktionsanlagen und Auslastungsraten werden Zeit brauchen, um sich zu normalisieren, und die strukturelle Prämie, die nun an eine gesicherte Chemikalienversorgung geknüpft ist, wird die Kunststoffpreise wahrscheinlich weit in den mittelfristigen Zeitraum hinein auf erhöhtem Niveau halten. Für Konverter, die bereits PPWR-Konformitätsfristen und Arbeitsdruck bewältigen, bietet diese Volatilität einen überzeugenden Anlass, ihre Substratoptions zu erweitern.
Vor diesem Hintergrund verschob sich das Interesse an papierbasierten Flexverpackungen auf der interpack merklich von einem Nachhaltigkeitsanspruch hin zu einer kommerziellen Dringlichkeit. Im Mittelpunkt des SCREEN-Standes zogen Live-Demonstrationen der Truepress PAC 520P konstantes Interesse von Konvertern auf sich, die ihre Materialstrategien neu bewerten. Konzipiert für recycelbare Papiersubstrate mit einer Reihe von Versiegelungs- und Barrierebeschichtungen, druckt die Truepress PAC 520P mit 80 m/min und wasserbasierten lebensmittelkonformen Tinten ohne Druckplatten oder Werkzeuge und ermöglicht so die Produktion von Papierverpackungen mit der Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit, die Konverter benötigen.
Thought Leadership: Die digitale Transformation gestalten
Juan Cano, Business Development Director für Flexverpackungsdruck bei SCREEN Europe, präsentierte Scaling Sustainable Paper Packaging: How Digital Inkjet Printing Enables Circularity im interpack SPOTLIGHT Forum — und adressierte dabei die Marktkräfte, die den Flexverpackungsdruck umgestalten, sowie die Möglichkeiten für Konverter, sich in diesem Umfeld zu positionieren. Gestützt auf reale Belege aus SCREENs weltweiten Erstinstallationen der Truepress PAC 520P bei Sacchital in Italien und der Truepress PAC 830F bei Chiyoda Gravure Corporation in Japan, die heute für große Speziallebensmittelmarken produzieren, deren Produkte in Markenshops oder eigenen Webseiten erhältlich sind. Mit dieser wegweisenden Inkjet-Druckmaschineninstallation kann ihr Betrieb nun ein breiteres Sortiment an Konsumgütern liefern, das den Anforderungen großer Markeninhaber an Farbgenauigkeit und -konsistenz gerecht wird, während gleichzeitig neue Möglichkeiten mit kurzen und mittleren Auflagen erschlossen werden, die der konventionelle Tief- oder Flexodruck wirtschaftlich nicht unterstützen kann.
SCREEN teilte den Stand auch mit CGS ORIS GmbH und präsentierte Fortschritte in der Farbmanagementsoftware. Die PRESS MATCHER-Suite ermöglicht eine präzise Farbraumprofilierung bei gleichzeitiger Reduzierung des Tintenverbrauchs und unterstützt damit direkt eine effiziente, konsistente nachgelagerte Verpackungsproduktion.
Eine neue Richtung für die Verpackungsverarbeitung
Die Reaktion der Konverter in den Bereichen Lebensmittel, Pharmazie, Kosmetik und Konsumgüter — viele davon mit wenig Vorerfahrung mit digitaler Drucktechnologie — spiegelte wider, wie die Inkjet-Integration zu einer zunehmend unverzichtbaren langfristigen strategischen Antwort auf den Markt wird, in dem Konverter heute tätig sind.
SCREEN spricht jedem Besucher in Halle 8a, Stand E50, dem SCREEN-Team und allen professionellen Partnern, deren Zusammenarbeit die Ausstellung zu einem Erfolg gemacht hat, seinen aufrichtigen Dank aus. Der Übergang zum digitalen Inkjet-Druck in Flexverpackungen ist bereits im Gange. Für Konverter, die bereit sind, diesen Wandel anzuführen, stehen SCREENs Technologie, Expertise und Lösungsexperten bereit.


