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DOXNET 2026 Fachkonferenz & AusstellungFachvorträge füllen Wissens-Pool

Mittwoch 01. Juli 2026 - Anwender-, Grundsatz- und Herstellervorträge bilden traditionell das Herzstück der DOXNET-Fachkonferenz im Kongresshaus Baden-Baden. Praxisberichte, strategische Einordnungen und technologische Zukunftsthemen lieferten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zahlreiche Impulse für das Output- und Dokumentenmanagement. Die Bandbreite reichte von Fachkräftesicherung über Archivmigration und Generationenwechsel bis hin zu Customer Communications Management, EUDI-Wallet und den Perspektiven der Printkommunikation. Hier eine Auswahl der Agenda der 28. DOXNET-Tagung.

Klaus Gettwart vom DOXNET-Kooperationspartner DVPT e.V. hob die Bedeutung der Qualifizierung von Fachkräften hervor. Steigende Anforderungen unter anderem an Compliance und Rechtssicherheit, Hybridprozesse sowie Barrierefreiheit führten zu seiner Kernaussage: „Die Aufgaben im Outputmanagement werden komplexer, während qualifizierte Fachkräfte schwerer zu finden sind.“ Umso wichtiger werden die richtige Ausbildung und Qualifizierung.

Der Referent stellte Details der Ausbildung vor und erläuterte, für welche Gruppen diese geeignet ist (Fachkräfte, Quereinsteiger, Verantwortliche und Entscheidungsträger in Druckzentren, Poststellen und Outputmanagement). Die Ausbildung ist in sieben Module und drei Blöcke aufgeteilt. Gettwart betonte, dass sich das Angebot explizit auch an erfahrene Mitarbeitende richtet, die beispielsweise in Führungspositionen rücken.

Michael Lampe (Commerzbank) zeigte anhand eines Großprojekts, wie mehr als 500 Millionen Dokumente aus unterschiedlichen Archivsystemen in ein modernes PDF-basiertes Archiv überführt wurden. Besonderes Augenmerk lag auf der Vorbereitung der Mainframe-Extraktion, der Aktualisierung von Metadaten und der Qualitätssicherung mithilfe von DocBridgeDelta. Rund eine Million Dokumente konnten pro Stunde konvertiert werden. Für Lampe steht fest: Die Modernisierung historischer Archivsysteme lohnt sich; idealerweise, ohne dass die Kunden den Wechsel überhaupt bemerken. Er legte allen ans Herz, ein solches Projekt anzugehen und alte Systeme „upzugraden“.

„Generationen im Wandel: Chancen nutzen, Zukunft gestalten“ lautete der Titel des Vortrags von Sandra Zeisberg und Hardy Klödy von der Atruvia AG. Die beiden Referenten beleuchteten den Prozess eines Generationenwechsels. Als Herausforderungen in der Praxis gingen Klödy und Zeisberg auf einige wesentliche Punkte ein: Das war die genaue Betrachtung der Prozesse (Was ist warum so gewachsen?), das Beleuchten der Fachlichkeit (Wie wird das Erfahrungswissen übergeben?) und die Analyse des Führungsstils (Welche Führungskultur wird gelebt?).

Von zentraler Bedeutung bei einem solchen Prozess ist es, den Aspekt der Vernetzung und auch die Unsicherheiten der Mitarbeitenden im Blick zu behalten. Die entscheidenden Fragen sind: Was macht den Generationenwechsel erfolgreich? Wie verläuft der Verantwortungsübergang fließend? Der Kunde soll unter dem Aspekt der Leistung nichts von einem solchen Wechsel merken.

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen eine nachhaltige Personalplanung, außerdem sollte die Übergangsphase kurz gehalten werden, eine klare Planung und Aufgabendefinition für die bisherige Führungskraft sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Wichtigste Erkenntnisse: Die Kombination aus „alt“ und „neu“ macht Veränderungen fundierter, führt zu einem positiven Impact auf Kunden- und Lieferantenbeziehungen und gute Kommunikation ist immer auch ein Schlüssel zum Erfolg.

Mit seinem Vortrag „A4 ist tot. Es lebe Print“ setzte Michael Adamitzki (Munich Re group technology employed by ITERGO) erneut ein informatives Glanzlicht. „Das Ende von Print wird seit über 25 Jahren insbesondere in der Finanzdienstbranche angekündigt“, blickte er zurück. „Nicht der Kanal zählt, sondern die richtige Kommunikation“, betonte der Experte: „Wenn die Kunden per Mail kommunizieren, müssen die Unternehmen auf dem gleichen Weg antworten.“

Adamitzki rückte die Kundenkommunikation in der Finanzdienstbranche in den Fokus. Seine These: A4 stirbt und damit auch PDF. „Einfache Klicks in einer App, das ist die Zukunft und nicht eine seitenlange Kommunikation“, sagte Adamitzki und erwähnte den „Marktplatz der Willenserklärungen“. Dabei geht es darum, Willenserklärungen zu protokollieren. Er streifte Themen wie Chatbots und KI und erwähnte die größten Hürden für Dokumentenmanager. „Unsere Dokumente sind ein Hilfsmittel“, ordnete er ein.

„Print ist für alle Sinne. Wenn ich vertrieblich stark sein will, ist Print die einzige Chance. Nicht was Rechnungen etc. betrifft, sondern, wenn ich kommunikativ beim Kunden ein Gefühl im Sinne einer werbewirksamen Kommunikation auslösen will“, sagte er abschließend.

Weitere Themen, die im Auditorium beleuchtet wurden, waren unter anderem: „Orchestrieren & Kommunizieren: Prozessautomatisierung und Customer Communications Management Hand in Hand“ und „Vom Nebeneinander zum Miteinander – Erst Upgrade, dann Neustart – oder umgekehrt?“. In zwei Vorträgen ging es um EUDI-Wallet, einen zentralen Baustein der europäischen Identitätsinfrastruktur, der Identifikation, Vertragsabschluss und Bezahlung neu definiert.

Die Auswahl der Anwender- und Grundsatzvorträge im Auditorium zeigte erneut die Vielfalt der Themen bei der DOXNET-Fachkonferenz.

In den Herstellervorträgen im ersten Obergeschoss im Kongresshaus ging es u. a. um Themen wie „Exploring the Future of Print – 15 Jahre Leadership im Hochleistungs-Inkjetdruck“, „Die smarte Poststelle: Automatisierung als Schlüssel zur Entlastung von Verwaltung & Teams“ und „CCX ist das neue CCM. Und jetzt?“

Die 28. Ausgabe der DOXNET-Jahreskonferenz war wieder ein Garant für exzellenten Erfahrungsaustausch und bot exklusive Einblicke sowie eine thematische Vielfalt, die im deutschsprachigen Raum einzigartig ist.

www.doxnet.de
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