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Verpackung

Nürnberger Verpackungstrio lädt zum Branchentreff

Wolfgang Durrer, Geschäftsführer des SVI, Schweizerisches Verpackungsinstitut.

Samstag 05. Mai 2007 - Gespräch mit Wolfgang Durrer, Geschäftsführer des SVI, Schweizerisches Verpackungsinstitut.

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Sie sind beliebt bei Rat Suchenden in ganz Europa – vor allem wegen ihrer spontanen Hilfsbereitschaft direkt an Ort und Stelle, ihrer Intelligenz und Innovationsfreude. Natürlich sind sie gut gewachsen – letztes Jahr zweistellig in allen Parametern, ohne ihre solide Bodenhaftung zu verlieren: die Nürnberger Verpackungsdrillinge FachPack+PrintPack+LogIntern. Mit gut 1.300 Ausstellern (2006: 1.325) und über 33.000 Besuchern (2006: 33.056) laden sie vom 25. bis 27. September 2007 wieder zum Branchentreff ins Messezentrum Nürnberg.

Die in der Fläche größte internationale Ausstellerbeteiligung stellt die Schweiz. Und auch als Fachbesucher kommen die Eidgenossen gern ins nahe Nürnberg. 2006 informierten sich über 800 Schweizer auf FachPack+PrintPack+LogIntern. Trotz des regen Zuspruchs gibt es hier sicher noch Potenzial, vor allem bei Ausstellern im Logistiksegment und beim Besuch. Dies zu heben, ist u. a. Anliegen einer „working partnership“, die NürnbergMesse und Messe Schweiz jetzt vereinbarten. Danach werden FachPack+PrintPack+LogIntern und die Basler PACK&MOVE (18.-21.11.2008) künftig enger zusammenarbeiten. Erstes sichtbares Zeichen der Partnerschaft ist die attraktive PACK&MOVE-Lounge in Halle 4 der FachPack.

Im Fokus: Die Schweizer Verpackungsindustrie
Die Schweizer Verpackungsindustrie erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 6 Mrd. CHF (3,7 Mrd. EUR) und beschäftigt etwa 20.000 Mitarbeiter. Schweizer Markenprodukte stehen für Präzision und Qualität. Die Industrie der polyglotten Alpennation ist exportorientiert. Als übergeordnete und packstoffneutrale Interessengemeinschaft kennt das Schweizerische Verpackungsinstitut (SVI), Bern, die Anliegen und Interessen seines Industriezweiges sehr genau. Über Markt und Messen sprachen wir mit Wolfgang Durrer, Geschäftsführer des SVI .

An der FachPack 2006 beteiligten sich über 40 Aussteller aus der Schweiz. Damit nutzte jedes siebte der 280 Schweizer Verpackungsunternehmen den nah gelegenen Messeplatz Nürnberg, um sich Fachbesuchern aus der Konsumgüterindustrie zu präsentieren. Kann man künftig mit noch größerer Schweizer Präsenz in Nürnberg rechnen?
Wolfgang Durrer: „Ich habe die FachPack 2006 besucht und mein Eindruck war positiv. Die Schweizer waren zufrieden. Das spricht für die Messe, die eine gute Plattform für neue Kontakte und den Ausbau des Geschäftes „nach Norden“ bietet. Ich vermute deshalb, dass die FachPack für Schweizer Aussteller weiter an Bedeutung gewinnen kann.“

Die Verpackungsindustrie ist – nicht nur in der Schweiz – von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) geprägt. Welche Bedeutung haben Messebeteiligungen für diese Branche?
Wolfgang Durrer: „Messeauftritte sind – gerade für KMU – sehr wichtig und eine relativ kostengünstige Gelegenheit, um neue Geschäfts-möglichkeiten anzubahnen. Kleinere Packstoffhersteller und Anbieter im Bereich Verpackungen werden im Ausland oft nicht ernst genommen. Da ist die Präsenz vor Ort wichtig. Zudem hat die Schweiz gelegentlich noch das falsche Image, teuer zu sein. Eine Messe ist ein guter Türöffner, weil man im persönlichen Kontakt sachbezogen direkt informieren kann.“

Während in Deutschland seit einigen Jahren der Preisdruck durch Discounter zunimmt, hatten Markenartikel in der Schweiz stets einen hohen Stellenwert. Gibt es Veränderungen bei den Konsumenten-trends in der Schweiz?
Wolfgang Durrer: „Markenartikel haben in der Schweiz traditionell eine wichtige Stellung und werden diese auch in Zukunft behalten. Gleiches gilt für den hohen Qualitätsanspruch. Daneben gewinnen auch Discounter in unserem Land an Bedeutung. Denken Sie nur an die konsequente Aufbauarbeit von Firmen wie Aldi und Lidl, die den Schweizer Markt derzeit „aufmischen“. Der Konsument wird die neuen Möglichkeiten nutzen und sich je nachdem preisgünstig eindecken oder für bessere Qualität und Marken einen höheren Preis bezahlen.“

Der Pro-Kopf-Verbrauch der Schweizer an Verpackungsmaterialien ist mit 526 EUR im Jahr ein europäischer Spitzenwert. Gibt es in diesem gesättigten Markt noch Wachstum?
Wolfgang Durrer: „Durchaus, im anspruchsvollen Schweizer Markt werden auch von der Verpackung und den damit verbundenen Diensten Höchstleistungen erwartet. Die haben natürlich ihren Preis, der aber leider vom Markt oft nur unzureichend abgegolten wird. Das bedeutet viel Aufwand im Bereich Kommunikation und nachhaltige Kundenpflege. Die Verpackungswirtschaft ist hier stark gefordert und sollte ihre Leistung mit etwas mehr Stolz und Selbstvertrauen verkaufen.“

Wie ist zurzeit die Stimmung in der Schweizer Verpackungsindustrie?
Wolfgang Durrer: „Konjunkturell bedingt recht gut, aber das ist ein Wellenberg. Freuen wir uns darüber und sorgen wir vor. Grundsätzlich sind in der Schweiz die Mengen meist viel kleiner, die abpackende Wirtschaft erwartet aber ein europäisches Preisniveau. Zudem werden im internationalen Wettbewerb an Schweizer Lieferanten oft viel höhere Qualitätsanforderungen gestellt als an solche aus Niedriglohnländern. Mehr bezahlen will man dafür nicht. Das ist keine einfache Situation. Eventuell können die steigenden lebensmittelrechtlichen Anforderungen und Qualitätsstandards da in naher Zukunft entlastend wirken.“

Wo liegt das Schwergewicht der Branche in der Schweiz?
Wolfgang Durrer: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Verpackungs-industrie ist enorm. Weltweit setzt sie rund 485 Mrd. USD um und ist in etwa gleichzusetzen mit der Pharmaindustrie. Die bereits erwähnten 6,058 Mrd. CHF Jahresumsatz (2005) der Schweizer Verpackungsindustrie teilen sich wie folgt auf: Den größten Anteil mit 2,52 Mrd. CHF hält die Kunststoffindustrie, gefolgt von Verpackungsmaschinen (832 Mio.), Karton (720 Mio.), Holz (480 Mio.), Wellkarton (449 Mio.), Verpackungsdruck (425 Mio.), Aluminium (350 Mio.), Stahlblech (195 Mio.) und Glas (87 Mio.).“

Wie hoch ist die Exportquote der Schweizer Verpackungsindustrie?
Wolfgang Durrer: „Das hängt sehr von den typischen Losgrößen der Packstoffe ab. Ein eher in kleineren Auflagen tätiger Hersteller kann gut vom Inlandsmarkt leben. Es gibt in der Schweiz aber eine sehr leistungsfähige Verpackungsindustrie, die sich aufgrund der früher im Vergleich zum Umland höheren Lohnkosten stark auf kapitalintensive Technologien spezialisiert hat. Deshalb wurde und wird in der Schweiz viel investiert. Die neuen Technologien sind oft mit den großen Auflagen verbunden, was diese Unternehmen zu starken Exporteuren macht. Das kann z. B. im kapitalintensiven Tiefdruck bis zu einem Exportanteil von 80 Prozent führen. Viele unserer KMU haben deshalb einen sehr beachtlichen Exportanteil, gründen und betreiben Niederlassungen in Schwerpunktländern oder gehen Kooperationen im Ausland ein. Das gehört übrigens zum traditionellen Geschäft einer stark exportlastigen Wirtschaftsnation wie der Schweiz, wo jeder dritte Franken im Ausland generiert wird.“

Das Schweizerische Verpackungsinstitut ist ein gut organisierter Verband. Was gehört zu Ihren Aktivitäten?
Wolfgang Durrer: „Wir schaffen Gesprächsforen, wie beispielsweise Informations- und Fachtagungen, Seminare und Round Tables. Außerdem kümmern wir uns um die berufliche Aus- und Weiterbildung durch ein breit angelegtes Angebot von berufsbegleitenden Lehrgängen und Kursen. Die jährliche Ausrichtung des Verpackungswettbewerbes SWISS STAR inklusive einem Konsumentenpreis gehört auch zu unseren Aufgaben. Das SVI gewährleistet eine kompetente Interessenvertretung durch Kontakte zu den Behörden und Mitarbeit in wichtigen Kommissionen und entlastet damit die Unternehmen. Und natürlich beobachten wir den Verpackungsmarkt – deshalb werde ich auch Ende September wieder das Nürnberger Messetrio besuchen.“

www.fachpack.de
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