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bvdm-Konjunkturtelegramm: Deutsche Druck- und Medienindustrie

Juni 2023: Niedriger Auftragsbestand belastet Geschäftslage; Geschäftsklima leicht rückläufig

Dienstag 04. Juli 2023 - Im Juni 2023 sank das saison- und kalenderbereinigte Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienwirtschaft erneut leicht, die sinkende Geschäftslageeinschätzung bestimmte dabei maßgeblich die Entwicklung. Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex verlor saisonbereinigt 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau. Mit 94,1 Punkten notierte der Index damit rund 0,9 Prozent unter dem vom Ukrainekrieg geprägten Vorjahresniveau.

Während die Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate leicht anstiegen, bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage im Juni 2023 schlechter als im Vormonat. Die Werte für das Geschäftsklima gingen daher im zweiten Monat in Folge leicht zurück. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.
Der saison- und kalenderbereinigte Geschäftslageindex war im Mai angestiegen, verlor im Juni jedoch wieder und notierte mit 92,3 Punkten rund 3,6 Prozent unter dem Vormonatswert. Damit lag der Index weiterhin rund 6,4 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Der überwiegende Anteil (rund 59 Prozent) der befragten Unternehmenslenker, welche die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens im Juni neutral einschätzen, blieb im Vormonatsvergleich nahezu unverändert. Der Anteil der positiven Geschäftslageeinschätzungen (rund 11 Prozent) nahm hingegen um rund 5 Prozentpunkte ab, während die negativen Einschätzungen (rund 30 Prozent) um rund 6 Prozentpunkte zulegten. Auch wenn die Nachfrageentwicklung im Vormonat etwas weniger pessimistisch eingeschätzt wurde als noch im Mai (+ 16 Prozentpunkte), so stellte der Auftragsbestand nach wie vor den größten Dämpfer bei der Einschätzung der Geschäftslage der Unternehmen in der Druck- und Medienwirtschaft dar. Im Juni bewerteten rund 57 Prozent der befragten Unternehmenslenker ihren aktuellen Auftragsbestand als „zu klein“.
42 Prozent schätzen die Auftragslage ausreichend ein, während rund 1 Prozent diese als gut bewerteten. Im Vorjahresvergleich stellt dies eine deutliche Verschlechterung dar. Im Vergleich zum Juni 2022 ist ein Rückgang der saldierten Werte um rund 38 Prozentpunkte zu beobachten.
Während die Erwartungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe hinsichtlich der zukünftigen Geschäftslage insgesamt deutlich pessimistischer ausfielen als noch im Vormonat, folgten die Erwartungen der Unternehmen in der Druck- und Medienbranche diesem Trend im Juni nicht. Zwar konnten der Anstieg die Vormonatsverluste nicht vollständig kompensieren, jedoch stieg der saison- und kalenderbereinigte Index mit einem Plus von rund 1,1 Prozent im Vormonatsvergleich leicht an. Mit 95,9 Punkten lag der Index damit etwa auf dem Niveau von März 2023. Im Vorjahresvergleich notierten die Geschäftsaussichten rund 5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Aufgrund der starken Beeinträchtigungen der Geschäftsaussichten durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen im Vorjahreszeitraum ist diese Entwicklung jedoch im Kontext statischer Basiseffekte zu bewerten. Hinsichtlich einer prognostizierten Stagnation der Gesamtwirtschaft und einer weiterhin schwachen Konsumstimmung sehen die Entscheider der Betriebe nur sehr bedingte Wachstumsimpulse für die nächsten 6 Monate. Rund 12,3 Prozent Unternehmen sehen eine signifikante Besserung ihrer Geschäftslage in den nächsten 6 Monaten. Ein überwiegender Anteil der Befragten (62,2 Prozent) ging von einer gleichbleibenden Lage aus, während rund 25,4 Prozent die Entwicklung pessimistisch bewerteten.

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