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Manroland Sheetfed steht vor umfassender Restrukturierung

Donnerstag 19. März 2026 - Die Manroland Sheetfed GmbH, der angeschlagene deutsche Druckmaschinenhersteller hat bekannt gegeben, dass mit finanzieller Unterstützung der Muttergesellschaft Langley Holdings plc ein Schutzschirmverfahren eingeleitet wurde. Die Umstrukturierung erfolgt im Rahmen eines sogenannten "Schutzschirmverfahrens" - einem Verfahren, das dem Chapter 11 in den USA ähnelt.

Trotz eines technologisch fortschrittlichen Produktportfolios sind die Umsätze des Druckmaschinenherstellers in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, und die Verluste stetig gestiegen sind.

Der Rückgang ist in erster Linie auf einen stark schrumpfenden Markt für Druckmaschinen zurückzuführen. China, das historisch gesehen rund 40 % der Verkäufe neuer Druckmaschinen ausmachte, ist am stärksten betroffen
Langley hat das Unternehmen seit der Übernahme der Bogenoffset-Sparte der ehemaligen Manroland AG aus der Insolvenz im Februar 2012 finanziell erheblich unterstützt.

In seinem Jahresbericht und Jahresabschluss 2025 gab der diversifizierte Maschinenbaukonzern in Familienbesitz bekannt, dass die Verluste von Manroland Sheetfed allein für das Jahr 2025 43,2 Millionen Euro betrugen. Dennoch erzielte der Konzern für das Jahr einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 152,3 Millionen Euro.

Der Chairman und CEO Anthony Langley erklärte in seinem Jahresbericht: „Der Vorstand ist zu dem Schluss gekommen, dass die Situation [bei Manroland Sheetfed] nicht nachhaltig ist, und prüft derzeit die möglichen Optionen.“

Herr Langley fährt fort: „Wir sind uns jedoch bewusst, dass sehr viele Druckereien, darunter überwiegend private KMU, auf Manroland-Druckmaschinen angewiesen sind und es ist unser Ziel, dass unabhängig von der Lösung für die wir uns letztendlich entscheiden, die installierte Basis weiterhin langfristig unterstützt wird.“

Eine nachhaltige Umkehr der externen Faktoren ist in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten und es ist eine umfassende strukturelle Neuausrichtung erforderlich, damit Manroland Sheetfed wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann, wenn auch in deutlich reduziertem Umfang.

Im Rahmen des Schutzschirmverfahrens bleibt die Geschäftsführung für die Führung des Unternehmens verantwortlich, wobei ein vom Gericht bestellter neutraler Sachwalter das Verfahren begleitet.

Externe Restrukturierungs- und Rechtsexperten der Kanzleien SGP Schneider Geiwitz und BUSE unterstützen die Geschäftsführung als Generalbevollmächtigte.

Neben dem Anwalt für Unternehmensrestrukturierungen Prof. Dr. Peter Fissenewert von BUSE und Oliver Brückner von SGP Schneider Geiwitz ist der Restrukturierungsexperte Arndt Geiwitz einer der Generalbevollmächtigten.

Herr Geiwitz sagte: „Ich sehe bei Manroland Sheetfed ein tragfähiges Kerngeschäft, allerdings müssen wir drastische und weitreichende Maßnahmen umsetzen, dann hatdie Restrukturierung eine Chance auf Erfolg. Dies wird auch durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt.“

Mirko Kern, CEO von Manroland Sheetfed, sagte: „Es ist bedauerlich, dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden, aber ich appelliere an den Betriebsrat und die Gewerkschaften mit uns zusammenzuarbeiten, um die Maßnahmen umzusetzen, die wir und die Restrukturierungsexperten als notwendig erachten, um ein tragfähiges Geschäft zu erreichen und die verbleibenden Arbeitsplätze zu erhalten.

www.langleyholdings.com/de
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