Textildruck

Die Inkjet-Technologie von FUJIFILM unterstützte den Modedesigner YUIMA NAKAZATO beim Entwerfen seiner Kollektion für die Paris Haute Couture

Um ein einziges Element herzustellen, wird ein bedrucktes Segment im A5-Format mit einem Schneideplotter millimetergenau zurechtgeschnitten. Jedes Element wird sorgfältig in Form gefaltet, genau wie bei der Papierfalttechnik Origami.

Dienstag 15. November 2016 - Fujifilm förderte mit seinem enormen technologischen Fachwissen den Modeschöpfer Yuima Nakazato. Nach Hanae Mori ist er zwölf Jahre später der erste offizielle japanische Gastdesigner, der auf der Paris Haute Couture seine Kollektion vorstellte. Die Technologie von FUJIFILM trug wesentlich zur Schöpfung außergewöhnlicher Outfits bei, die wie funkelnde, geheimnisvolle Polarlichter aufleuchten. Die Kreationen wurden überaus positiv aufgenommen. Seit dem Auftritt werden sie geradezu überschwänglich in internationalen Modemagazinen gepriesen.   

Im Jahr 2009 startete Yuima Nakazato seine Marke YUIMA NAKAZATO und präsentiert seither immer wieder kunstvolle, hologrammartige Lichteffekte. Seine neuste Kreation erweckt den Anschein, als würden sich unzählige, gefaltete Kraniche aus farbigem Papier versammeln und das Umgebungslicht aufnehmen, um es mit ihren eigenen schimmernden Farben widerzuspiegeln. Diese Kreationen entstehen durch individuell geformte „Zellen“ (oder Elemente). Dabei wird spezielles holografisches Material verwendet, das in Zusammenarbeit mit einem Hologrammhersteller in sechsjähriger Forschung entwickelt wurde. Bilder werden mit dem UV-Inkjetdrucker Acuity Select 20 für Großformate und Uvijet KV-Tinten mit einzigartigen Dehnungseigenschaften – beides von Fujifilm – auf das Material aufgebracht.

Um ein einziges Element herzustellen, wird ein bedrucktes Segment im A5-Format mit einem Schneideplotter millimetergenau zurechtgeschnitten. Jedes Element wird sorgfältig in Form gefaltet, genau wie bei der Papierfalttechnik Origami. Mehr als 1.000 dieser Elemente, gefaltet von ungefähr 100 Personen, werden entsprechend der Figur des Models zusammengefügt. Auf diese Weise entsteht ein einzelnes YUIMA NAKAZATO Kleid, ganz ohne Webmaschine, Textilien oder Nähte.

Der Anteil von Fujifilm basiert dabei auf der Innovationsplattform Open Innovation Hub (OI-Hub). Diese Plattform zur kooperativen Wertschöpfung, 2014 gegründet, bündelt sämtliche Kompetenzen der Fujifilm Gruppe, ob Technologien, Produkte oder Materialien. Der OI-Hub erhielt von Yuima Nakazato eine Anfrage zur Unterstützung bei der Kollektion für die Paris Haute Couture. Fujifilm willigte ein und demonstrierte ihm die FUJIFILM Inkjet-Technologie sowie Technologien für hochfunktionale Spezialmaterialien.

Anfangs glaubte man, mit der holografischen Struktur nur vier unterschiedliche Farbtöne erzeugen zu können. Doch durch kontinuierliches Experimentieren entwickelte Fujifilm ein Verfahren, das den Druck auf eine Unterlage aus transparentem Verbundmaterial mit Uvijet KV-Tinte ermöglichte. Die kreativen Möglichkeiten bei Hologrammen wurden dadurch deutlich erweitert.

Yuima Nakazato zur Zusammenarbeit auf technischem Gebiet mit FUJIFILM: „Zuerst habe ich mich auf Hologramme konzentriert und experimentierte damit auf verschiedene Weise. Doch erst, als ich mich nicht mehr auf Textilien, sondern auf Folie konzentrierte, konnte ich meinen Zielen näher kommen. Ich bin Fujifilm für die Zusammenarbeit sehr dankbar. Schon immer wollte ich die Ausdrucksstärke von Hologrammen erweitern, doch die Oberflächen der Folien sind extrem glatt. Die Haftung der Tinte stellte dabei immer wieder eine Herausforderung dar, sogar wenn die Folie bedruckbar war. Hinzu kommt, dass das Material in der Mode eingesetzt wird und erheblichem Abrieb ausgesetzt ist. Deshalb ist extreme Widerstandsfähigkeit gefragt.“

Nakazato weiter: „Im Projektverlauf wurde deutlich, dass die Tinten von Fujifilm sehr gut haften – und das, obwohl man nach dem Druck das Material mit einem Plotter schneidet und anschließend die Elemente in Handarbeit weiterverarbeitet. Dabei gab es keinerlei Probleme, wie beispielsweise die Ablösung von Tinten, denn das Material erwies sich als sehr robust. Neben Kleidern habe ich auch Stiefel mit holografischen Drucken kreiert – anhand von Fotos, auf denen isländisches Eis zu sehen ist. Auch dabei ist die Farbreproduktion von höchster Qualität und das Druckbild entspricht genau meinen Erwartungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein anderes Unternehmen über solch eine Technologie verfügt und diese Kombination aus Qualität und Haltbarkeit erreicht.“

„Fujifilm hat mir sogar noch weitere Technologien und Spezialfolien vorgestellt, die ich jedoch aus Zeitmangel nicht ausprobieren konnte. Also bin ich sehr daran interessiert diese Zusammenarbeit fortzusetzen.“

Uvijet KV-Tinte
Fujifilm entwickelte die Uvijet KV-Tinte speziell für die Fujifilm UV-Inkjet-Großformatdrucker. Sie bietet ganz besondere Eigenschaften, wie beispielsweise die hohe Dehnbarkeit von über 1.000 % – einer der höchsten Werte in der Branche – und die hervorragenden Haftungseigenschaften auf unterschiedlichen Materialien, einschließlich von Kunststoff und beschichtetem Metall. Die hohe Hitzebeständigkeit sorgt für eine dauerhafte Bildqualität, selbst bei extrem hohen Umgebungstemperaturen von ca. 200 °C. Die Tinten sind in CMYK und Weiß erhältlich. Mit diesen fünf Farben kann die ganze Bandbreite an Farbtönen und Farbverläufen auch auf weiterverarbeiteten Erzeugnissen abgedeckt werden – beispielsweise bei vakuumgeformten Produkten, die zuvor nur mit Schwierigkeiten bedruckbar waren. Hervorragende Haftungseigenschaften und eine breite, ausdrucksvolle Farbpalette demonstrierte die Tinte nicht zuletzt bei der YUIMA NAKAZATO Kollektion. Auf den unterschiedlichsten Gebieten erweitert sie die Brandbreite der verfügbaren Farbtöne. Bewährt hat sie sich beispielsweise auch bei Interieurs für Automobile sowie bei Gehäusen von Smartphones und Verkaufsautomaten.

www.fujifilm.de
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