Die Branche am Montag!

Aus den Unternehmen

Koenig & Bauer erreicht 2020 mehr als 1 Mrd. EUR Umsatz 2021 leichtes organisches Umsatzwachstum und ausgeglichenes EBIT erwartet

Die nachstehende Tabelle zeigt die Auswirkungen der Änderung der Richtlinie zur Umsatzbilanzierung auf ausgewählte Konzernkennzahlen

Samstag 27. Februar 2021 - Die Koenig & Bauer AG, Würzburg ("Koenig & Bauer", WKN: 719 350 / ISIN: DE0007193500) gibt auf der Grundlage von vorläufigen und noch nicht testierten Geschäftszahlen bekannt, dass im Geschäftsjahr 2020 ein vorläufiger Konzernumsatz von 1.029 Mio. € und ein vorläufiges Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -68 Mio. € erreicht wurde. Bereinigt um Sondereffekte liegt das vorläufige Konzern-EBIT bei -19 Mio. €.

Damit liegt der Konzernumsatz deutlich über der für das Geschäftsjahr 2020 ausgegebenen Prognose. Diese hatte Umsatzerlöse zwischen 900 und 950 Mio. € in Aussicht gestellt. Auch das bereinigte EBIT fiel besser aus als das prognostizierte negative EBIT vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Hintergrund des höheren Umsatzvolumens und des entsprechenden EBIT-Effekts ist die Anpassung der konzerninternen Richtlinie zur Umsatzbilanzierung. Im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses hat die Gesellschaft nach Abstimmung mit dem neuen Abschlussprüfer entschieden, die bereits am 28. September 2020 bekanntgegebene Anpassung der Umsatzbilanzierung retrospektiv im Konzern anzuwenden. Die Änderung erfolgt rückwirkend auch für die Vorjahreswerte, sodass sich Umsätze aus den früheren Perioden inklusive entsprechender EBIT-Auswirkungen jeweils in die Zukunft verschieben.
Die Neufassung der Umsatzbilanzierungsrichtlinie sieht vor, dass Neumaschinenumsätze überwiegend erst zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gebucht werden. „Wir erwarten, dass wir mit der neuen Umsatzrichtlinie die Volatilität im Umsatzausweis unseres Neumaschinengeschäfts reduzieren. Dies soll uns außerdem künftig eine ausgewogenere Planung ermöglichen. Durch die retrospektive Anpassung haben wir eine verbesserte Transparenz und Vergleichbarkeit mit den Vorjahren“, so Dr. Stephen Kimmich, CFO der Koenig & Bauer AG.
Der Konzernumsatz 2020 erhöhte sich durch die Anpassungen netto um rund 51 Mio. € und das Konzern-EBIT um rund 8 Mio. €.
Das berichtete Konzern-EBIT des Geschäftsjahres 2020 enthält neben dem erwähnten positiven Effekt aus der Änderung der Umsatzbilanzierung (+8 Mio. €) weitere, bereits kommunizierte Sondereffekte: Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Effizienzprogramm „P24x“ (-58 Mio. €), einen Einmalertrag aus dem erfolgreichen Ausgang eines Rechtsstreits (4 Mio. €) sowie einen Einmalertrag aus dem Immobilienverkauf in Frankenthal (5 Mio. €).

Für 2021 leichtes organisches Umsatzwachstum und ausgeglichenes EBIT erwartet
Im Gesamtjahr 2020 erreichte Koenig & Bauer auf Basis vorläufiger Zahlen einen Auftragseingang von rund 975 Mio. €. Dies entspricht gegenüber 2019 (1.141 Mio. €) einem Rückgang von -14,5%. Der Rückgang fiel damit weniger stark aus als der vom VDMA veröffentlichte Auftragseingang für Druckereimaschinen von -21,9%. Der Auftragseingang im vierten Quartal lag bei 262 Mio. € und hat damit die Erholungstendenzen im zweiten Halbjahr 2020 fortgesetzt.
Trotz der weiterhin schwer einschätzbaren zukünftigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das wirtschaftliche Umfeld des Koenig & Bauer-Konzerns und der derzeit wegen Covid-19 bestehenden Reiserestriktionen rechnet das Unternehmen mit einer leicht positiven Geschäftsentwicklung in Jahr 2021. Diese Prognose steht unter der Annahme, dass es durch die Fortschritte bei den Impfungen, die auch die Covid-19-Virusmutationen einschließen, zur Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen kommt. Der 2020 im Vergleich zur Gesamtbranche weniger stark zurückgegangene Auftragseingang wird unter den derzeit gegebenen Covid-19-Rahmenbedingungen als eine solide Ausgangsbasis für das neue Geschäftsjahr angesehen.
Vor diesem Hintergrund erwartet Koenig & Bauer für 2021 ein leichtes organisches Umsatzwachstum von ca. 4% auf 1.070 Mio. €. Ergebnisseitig wird nach erfolgreichem Start des Effizienzprogramms P24x und mit Einsetzen der erwarteten Einspareffekte für 2021 mit einem ausgeglichenen EBIT gerechnet. Wobei die erneuten Reisebeschränkungen – auch bedingt durch das Auftauchen von Covid-19-Virusmutationen – das erste Quartal 2021 weiterhin belasten.
Die Umsetzung des P24x-Programms wird den Free-Cashflow in 2021 wie prognostiziert belasten und zu einem negativen Free-Cashflow im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen.
Koenig & Bauer bestätigt die Mittelfristziele von 1,3 Mrd. € Umsatz bei einer EBIT-Marge von mindestens 7%, sowie die Reduzierung des Net Working Capitals auf einen Wert von maximal 25% des Jahresumsatzes, die nach Abschluss des Effizienzprogramms P24x erreicht sein sollen.

Effizienzprogramm P24x erfolgreich angelaufen
Zielsetzung des Ende September 2020 vorgestellten Effizienzprogramms „P24X“ ist, bis 2024 steigende jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Mio. € zu erreichen – bei gleichzeitiger Fortführung und Beschleunigung aller Innovationsprozesse sowie Verfahrens- und Produktentwicklungen. Insbesondere in den Maßnahmenfeldern Einkauf und Prozesszusammenlegung über Geschäftsbereichsgrenzen hinweg sind im vierten Quartal 2020 bereits die ersten Umsetzungsaktivitäten des Effizienzprogramms erfolgreich angelaufen.
Aktuell steht der im Rahmen von P24x erforderliche Personalabbau im Fokus. Kurz- und mittelfristig sind davon 700 bis 900 Arbeitsplätze in der Koenig & Bauer-Gruppe betroffen. Hierzu ist das Unternehmen in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen über die konkrete und möglichst sozialverträgliche Ausgestaltung des Abbaus.
Koenig & Bauer erwartet, dass nach Umsetzung der für 2021 geplanten Maßnahmen bereits im Jahr 2022 gut 60% der gesamten Kosteneinsparungen wirksam werden. Nach Realisierung der im Rahmen des Effizienzprogramms für 2022 geplanten Maßnahmen sollen im Geschäftsjahr 2023 gut 90% der insgesamt angestrebten Kosteneinsparungen spürbar sein.
„P24x ist unser Weg zu einer mittelfristigen Rückkehr zum geplanten Konzernwachstum. Wir fokussieren uns auf den Bereich Verpackungen und eine Portfoliostrategie in attraktiven Märkten, auf eine starke Forschung & Entwicklung, auf Synergien in der Produktion und die Weiterentwicklung unseres Servicegeschäfts zur Verbesserung der Total Cost of Ownership unserer Kunden“, so Dr. Andreas Pleßke, Sprecher des Vorstands der Koenig & Bauer AG.
Koenig & Bauer wird den geprüften Jahresabschluss und den Geschäftsbericht für 2020 am 24. März 2021 veröffentlichen.

www.koenig-bauer.com
Zurück zur Übersicht
Die aktuelle Ausgabe!
Die Branche am Montag!