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MAN Roland kündigt noch größere Formate für die R900 an

Freitag 05. Mai 2000 - Neuentwicklungen im Bereich Bogenoffsetdruckmaschinen für Großformate waren Gegenstand einer Reihe von eintägigen, internationalen Symposien im Dezember 1999 in Deutschland

Dabei wurden Innovationen im Bereich Doppellackierung, Folienrückseitendruck und beim direkten Offsetdruck auf E- und F-Welle über 400 Druckern aus aller Welt präsentiert. Gegenstand der Symposien war ein Lagebericht über ein umfangreiches Test- und Entwicklungsprogramm, das von MAN Roland und einigen führenden Speziallieferanten zur Flexibilität und Optimierung des Druckprozesses bei Großformaten durchgeführt wurde.

„Ein wesentlicher Haupterfolgsfaktor für das Drucken großer Formate besteht darin, die unterschiedlichen Parameter für Druckmaschine, Bedruckstoffe, Druckfarben und Lacke zu optimieren, um eine gleich bleibende Qualität und Produktivität zu erzielen“, erläutert Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender von MAN Roland einleitend. „Unsere bis dato guten Ergebnisse haben uns in unserem Engagement bestätigt, prozessübergreifende Entwicklungen zu verfolgen, bei denen alle Partner ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen, um eine optimale Gesamtprozeßleistung zu erzielen.“

Erweiterung des Druckformatangebotes bei der R900

„MAN Roland kann bei Bogenoffsetdruckmaschinen für große Formate auf eine lange Tradition zurückblicken, angefangen bei den Ultra- und R800er-Modellen“, betont Gerd Finkbeiner. Die neue Generation der R900er wurde aufbauend auf die innovative R700 3B entwickelt und 1995 für die Formate 4, 5 und 6 vorgestellt. Diese Maschine war ebenfalls sehr erfolgreich und bietet heute eine bewährte Basis für die Erweiterung auf die größten Druckformate; ab dem Jahr 2001 wird die R900er-Reihe ebenfalls auf die Formate 7 und 7B erweitert.“

„Während der letzten drei Jahre haben wir uns darauf konzentriert, die R900 zur produktivsten und flexibelsten Druckmaschine für Großformate zu entwickeln, die auf dem Markt erhältlich ist, mit vielen neuen Funktionen, die wir auf der drupa vorstellen werden. Jetzt können wir uns völlig darauf konzentrieren, ihre Druckformatpalette zu erweitern, um diese Vorteile allen Druckereien bieten zu können, ganz gleich, welches Format von 3B bis 7B sie benötigen“, fügt Gerd Finkbeiner hinzu.

Es wird erwartet, daß Druckmaschinen für große Formate in verschiedenen Industriedrucksegmenten, wie z.B. Verpackung, Bildbände, Landkarten, Gruß- und Postkarten weiterhin stark nachgefragt werden. Die Struktur dieses Markets erfordert nicht nur große Formate und hohe Auflagen, sondern auch hohe Seitenzahlen mit geringen bis hin zu hohen Auflagen.

Strategische Wahlmöglichkeiten für Kartonagendruckereien

Faltenschachteldruck mit 5 bis 6 Farben und Einfachlackierung sind schon beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden. Hier bieten sich den Druckern zwei Möglichkeiten, unter den gegebenen Umständen die Produktivität ihrer Betriebe zu erhöhen. Dies kann entweder dadurch geschehen, daß sie mit möglichst geringen Kosten produzieren, um ihre Gewinnspannen zu erhöhen, falls sie mit festen Verkaufspreisen operieren müssen oder dadurch, daß sie sich zu Spezialisten in bestimmten Marktnischen entwickeln, die Wertschöpfung betreiben und die Verkaufspreise erhöhen.

Die R900 bietet beide Möglichkeiten. Sie hat standardmäßig das höchste Automatisierungsniveau, wodurch die gesamten Produktionskosten gesenkt werden können, und sie ermöglicht eine Differenzierung durch die Auswahl und Kombination von speziellen Modulen.

Systemforschungs-Programm

Mainhausen in Deutschland ist Standort des MAN Roland Montagebetriebes für die R900, dem gleichzeitig ein Forschungs- und Entwicklungszentrum angeschlossen ist. Zurzeit werden drei unterschiedliche R900-Maschinen zu einer Reihe von komplexen Tests gemeinsam mit Systempartnern herangezogen, welche die erforderlichen Fachkenntnisse zur Optimierung des gesamten Druckprozesses mitbringen. Daran beteiligt sind SCA Packaging, Dyes Terra Lacke, Sun-Chemical Hartman, Hostmann-Steinberg/Huber und die Wellburger Lackfarbrik. Ziel dieses Teams ist es, die betriebswirtschaftlichen Hauptfaktoren für die verschiedenen Mischungen von Kosten- bis Qualitätsleistung zu definieren, indem es die richtigen Kombinationen von Substraten, Druckfarben und Maschineneinstellungen herausfindet.

Symposium der Experten

Auf dem Symposium wurden die führenden Druckereien über die Zwischenergebnisse der Testprogramme unterrichtet. An dieser Expertenkonferenz nahmen über 400 Geschäftsführer und technische Direktoren teil, darunter auch Gruppen aus den USA, Asien und dem pazifischen Raum. Das Programm umfaßte Präsentationen über verschiedene Themen, gepaart mit Praxisdemonstrationen auf jeder der drei Druckmaschinen.

Doppellackierung für Großformate

Eine wachsende Anzahl von Verpackungsdruckereien hebt sich von der Masse ab, indem sie eine Extralackierung aufbringt, um zusätzlich Glanz und Bildschutz zu erzielen, oder indem sie Sondereffekte, wie z.B. die Kombination von matten und glänzenden Oberflächen anbietet. Doppellackierung wurde zum ersten Mal vor fünf Jahren auf der R700 für das 3B-Format vorgestellt und wird jetzt auch auf der R900 für das Format 6 angeboten.

Der in der Anwendung vorherrschende Trend geht dahin, in einem Durchgang konventionelle Druckfarben zu drucken, gefolgt von einer Vorlackierung auf Wasserbasis mit anschließendem Aufbringen von UV-Lack, wodurch ein Glanz erzielt wird, der die Einfachlackierung um 10-20% übertrifft.

Ein Hauptproduktivitätsfaktor ist das richtige Verhältnis zwischen den Gesamtkosten und dem maximalen Glanz. Dies hängt in besonderem Maße von der Kombination aus Kartonoberfläche, Farbtyp sowie Farbschichtdicke und Art des verwendeten Lacks ab. Viele verschiedene Kombinationen werden zurzeit in Mainhausen getestet, um durch die Harmonisierung der Prozessvariabeln ihre Gesamtleistung mit exzellenten Glanzergebnissen und Produktivitätssteigerungen zu verbessern. Auf der anderen Seite haben Tests mit Doppellackierung auf Wasserbasis schlechte Ergebnisse im Bereich Glanzverbesserung erzielt, was außerdem auf Grund hoher Lackschichtdicken einen komplexeren Trochnungsvorgang erfordert.

Neue Möglichkeiten beim Offsetdruck auf E- und F-Welle

Es wurden Marktnischen aufgetan, um sich die Qualitätsunterschiede zwischen Wellpappendirektdruck im Flexo und Wellpappendirektdruck im Offset auf vorgedruckte Liner (die in einer separaten Anlage auf die offene Welle aufkaschiert werden) zu Nutze zu machen. Im Markt besteht eine Nachfrage nach einem alternativen Prozess, der sich durch Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit auszeichnet und für Kleinauflagen mit häufigen Plattenwechseln geeignet ist. Darüber hinaus würden einige Vollkartonkunden lieber Wellpappe einsetzen, da sie bei niedrigeren Kosten und geringerem Gewicht einen besseren Produktschutz bietet.

Für Offsetdrucker beinhalten diese Neuerungen auch die Möglichkeit, den selben Prozess für den direkten Aufdruck auf Produktverpackungen aus Karton wie auch für Transportverpackungen aus Wellpappe einzusetzen. Die Vorteile des Offset gegenüber dem Flexodruck in dieser Nische umfassen schnelle Rüstzeiten, geringe Kosten im Prepress-Bereich und brillantere Farben unter Verwendung eines standardisierten Prozesses.

Um diese Kriterien zu erfüllen, hat MAN Roland ein spezielles Ausrüstungspaket entwickelt, um die gegenwärtigen Druckmöglichkeiten auf G- und F-Welle und mit gewissen Einschränkungen auch auf E-Welle (dem am häufigsten verwendeten Substrat für Transportverpackungen) auszuweiten. Durch das Testprogramm der Mainhausener Verfahrenspartner ist es nun gelungen, auch den Offsetdruck direkt auf Wellpappe auf ein hohes Qualitätsniveau zu bringen. Anhand von Test wurde bewiesen, daß die R900 ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, ohne Konditionierung oder Vorstapeln. Sowohl der Bogentransport durch die Maschine als auch der Passer sind im Vergleich zu anderen Druckverfahren sehr gut. Da die Wellen nur geringer Kompression ausgesetzt sind, bleiben sie stabil, wodurch registergenaues Stanzen und problemlose Verarbeitung in Klebemaschinen ermöglicht wird. Der direkte Offsetdruck bietet weitere Inline-Veredelungsmöglichkeiten durch den Einsatz von Inline-Lackmodulen.

Tests zeigten, daß der „Waschbretteffekt“ so weit reduziert werden kann, daß er kau, mehr wahrnehmbar ist, indem die richtige Kombination von System, Prepress, Maschineneinstellungen, Druckfarbe, Karton und Lacken eingesetzt wird. Der Einsatz von verschiedenen gestrichenen Papieren auf der gewellten Oberfläche kann das Druckergebnis erheblich verbessern, durch das Einlegen von Sperrschichtpapier können Nahrungsmittel direkt verpackt werden.

Es besteht die Möglichkeit, das spezielle Ausrüstungspakte der R900 für Wellpappe für neue Modelle zu spezifizieren oder bereits bestehende Maschinen damit nachzurüsten.

Rückseitendruck

Druckanwendungen wie Blisterverpackungen, Kartonagen und Grußkarten erfordern häufig das einfarbige Bedrucken der Rückseite. Der Rückseitendruck ist eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, beim Drucken Wertschöpfung zu betreiben, indem die Inline-Produktivität und -flexibilität erhöht wird. Jedoch stoßen konventionelle Maschinen für den kombinierten Schön- und Widerdruck mit Bogenwendung bei dieser Aufgabe an ihre Grenzen. Sie werden heute von einem festen Widerdruckwerk abgelöst. Dadurch können dickere Bedruckstoffe verwendet werden, es ist nur ein einziger Greiferrand nötig. Somit entfällt die durch den zweiten Greiferrand verursachte Makulatur und doppeltes Beschneiden, es gibt keine Beschränkungen bei der Geschwindigkeit und auch das Wenden der Stapel entfällt.

Das Widerdruckwerk wurde speziell für den Offsetdruck für Strich- und Rasterarbeiten auf Faltschachteln entwickelt. Es befindet sich vor dem Anleger und hat weitgehend die selben Eigenschaften wie das Standarddruckwerk, einschließlich einer 7-Uhr-Zylinderposition, doppeltgroßem Druckzylinder, digitaler ferngesteuerter Register- und Gummituchwascheinrichtung, Farbsteuerung Roland RCI, Delta Feuchtwerk und PECOM-Integrierung. Auf Wunsch ist ein UV-Trockner erhältlich.

Neues PECOM-ServerNet

Alle Druckmaschinen, die in Mainhausen getestet werden, setzen das PECOM-System für Voreinstellungen, Maschinensteuerung und Speicherung der aktuellen Daten und laufenden Statistiken ein. MAN Roland stellte diese Technologie 1990 als erstes Unternehmen vor. Die neueste Generation beinhaltet ein separates LAN-Netzwerk zur Integrierung von Prepressarbeiten, Offline-Auftragsvorbereitung, Maschinensteuerung und zur Bereitstellung von Management-Informationen. PECOM-Produkte sind Softwaremodule, die auf jeder Windows NT-kompatiblen Hardware betrieben werden können und mit denen die meisten in den 1990ern hergestellten MAN-Roland-Druckmaschinen nachgerüstet werden können.

Die zweite Generation enthält außerdem den JobPilot als Weiterentwicklung einer Offline-Workstation für zentralisierte Auftragsvorbereitung durch den erfahrenen Drucker. Zentralisierte Beste-Praxis-Verfahren verbessern kontinuierlich die Qualität und erzielen bei den Rüstzeiten Einsparungen von etwa 10 Minuten. Rasches Einrichten wird entweder durch das Verwenden von Informationen aus einer unbegrenzten Anzahl zuvor bearbeiteter Druckaufträge erreicht oder durch eine CIP3-Schnittstelle, über die Voreinstelldaten aus den CtP-Systemen importiert werden. Der JobPilot bietet auch die Echtzeitüberwachung eines Auftragsstatus zur Unterstützung der Terminierung und ein Leistungslogbuch für jeden Auftrag einschließlich Geschwindigkeit, Zeit und Makulatur. Eine Gateway-Verbindung zwischen Produktions- und Management-Informationssystemen bietet die Möglichkeit, klare und rasche Informationen zur Unterstützung des Managements liefern. Es wurden Vorkehrungen getroffen, zukünftige Upgrades über das Internet zu liefern.

Projektmanagement für Großformate

Das Drucken großer Formate ist ein komplexer Vorgang, der hohe Investitionskosten erfordert und die Wahl zwischen verschiedenen Ausrüstungen zulassen muß, was für den Erfolg auf unterschiedlichen Märkten auschlaggebend sein kann. Darüber hinaus setzt eine hohe Produktivität die Optimierung von Kernprozessvariablen voraus. Um diese Komplexität besser in den Griff zu bekommen, hat MAN Roland eine Abteilung für Drucksysteme gegründet, bei der sich ein und derselbe Ansprechpartner durchgängig von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme um ein Kundenprojekt kümmert. Diese Vorgehensweise basiert auf langjähriger Erfahrung bei ähnlichen Serviceleistungen für Rollenoffsetprojekte. Spezialistenteams können bei der Auswahl der effektivsten Produktionslösungen, bei der Planung des Betriebes bis zur Installation und Inbetriebnahme, Schulung und Optimierung der Materialien behilflich sein.

www.manroland.com
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