Aus den Unternehmen
Neue Trends und Technologien in der Farbmess-Technologie
Montag 19. März 2018 - Die Firma Barbieri electronic aus Brixen zählt das weltweite Who is who im professionellen Digitaldruck zu Ihren Kunden. Branchenübergreifend setzt man auf absolut zuverlässige Farbmesswerte und somit auf hundertprozentige Farbwiedergabe auf verschiedenen Materialien. Und das wiederum garantiert das familiengeführte internationale Techniklabor aus Südtirol. Führender Tüftler und treibende Kraft bei Barbieri ist CTO Markus Barbieri.
Mit seinem Engagement bei den einschlägigen Normungsgremien und Forschungsinstituten hat er sich ganz und gar der Weiterentwicklung in den Bereichen exakte Farbmessung, visuelle Wahrnehmung und realistische Reproduktion verschrieben. Dabei geht es ihm stets darum, die Erwartungen seiner Kunden und Endanwender zu erfüllen und sogar zu toppen.
Herr Barbieri, Sie arbeiten seit über 15 Jahren federführend in diversen Normungsgremien mit. Welche Entwicklungen gab es in dieser Zeit?
Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, ist die Bedeutung der Lichtquelle der Messgeräte in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Speziell der UV-Anteil des Lichts wurde in der Vergangenheit stiefmütterlich beachtet. Deshalb wurde die Beleuchtungsart in den neuesten Normen über den visuellen Bereich hinaus definiert, sodass wir zuverlässigere Messdaten liefern können. Barbieri war weltweit einer der ersten Hersteller, der diesen neuen Standard umgesetzt hat. Weitere wichtige Entwicklungen und Standardisierungen gab es in Bezug auf die korrekte Kommunikation der Farbe in Dateiformate (PDF-Standards). Diese spektrale Formulierung von Farbwerten und die Beschreibung, wie Farben auf verschiedenen Oberflächen wirken, haben es Grafikern, Druckdienstleistern und Brand Ownern erst ermöglicht, Farben korrekt zu kommunizieren.
Ihr neuestes Produkt stößt weltweit auf Begeisterung seitens Ihrer Kunden. Welche Eigenschaft sticht für Sie ganz klar hervor beim Spectro LFP qb?
Hier ist vor allem die erhöhte Messgenauigkeit durch Einführung unserer neuartigen „qb technologie“ hervorzuheben. Die Anwender sind besonders von der Messgeschwindigkeit und der vielseitigen Einsatzmöglichkeit begeistert. Einzigartig ist auch unsere „Sensing Unit“, die mittels Computer Vision eine Vielzahl neuer Möglichkeiten bietet. Und natürlich der abnehmbare Messkopf, der immense Flexibilität schenkt.
Mit dem neuen Spectro LFP qb sprechen Sie auch neue Märkte an. Welche sind das und was bieten Sie diesen?
Einer dieser neuen Märkte ist der Textildruck. Hier sprechen wir vom sogenannten Soft Signage aber auch immer mehr vom industriellen Textildruck. Das Spectro LFP qb bietet hier äußerst wichtige Eigenschaften, die es überhaupt erst möglich machen, digital bedruckte Textilien präzise zu messen. Da ist zum einen die große 8 mm Messöffnung, deren Einsatz fundamental für genaue Messergebnisse auf strukturierten Materialien ist. Und dann ist da noch der abnehmbare Messkopf zur Spotfarben-Messung, die dann reproduziert werden können. Dadurch ist das Spectro LFP qb das erste und einzige Messgerät, welches manuelle, flexible Spotfarbenmessung zulässt und als automatisches Messgerät Drucker kalibriert. Wir garantieren also mit ein und demselben Messgerät durchgehend konsistente Messergebnisse.
Wenn Sie einen Ausblick in die Zukunft wagen – was bringt uns diese? Steht uns eine neue Revolution bevor, vergleichbar mit dem Wechsel von analog zu digital?
Ich komme gerade vom letzten Treffen der ICC-Arbeitsgruppe (International Color Consortium). Aktuell arbeiten wir daran, die Kommunikation der visuellen Wahrnehmung von Farben für verschiedene Umgebungen zu verbessern. Daraus entstehen mit der Zeit neue Drucktechnologien, wie z.B. der farbige 3D-Druck. Diese neuen Anwendungen erzeugen möglichst realistische Reproduktionen und eröffnen somit den kreativen Designern vollkommen neue Möglichkeiten. Ich finde es extrem spannend, wie wir die menschliche Wahrnehmung der Dinge messtechnisch beschreiben können und dadurch neue Wege der wirklichkeitsnahen Reproduktion einschlagen können. Am Ende geht es ja auch darum, die Erwartungen der Anwender noch besser zu erfüllen.


