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Aus den Unternehmen

Offene Türen für Quereinsteiger

Montag 10. Dezember 2018 - Sorgfältig streichen Ferenc Toths Hände über eine bedruckte Verpackung aus Papier. Der 43 jährige Ungar ist stolz auf die 2-Naht Flachbeutell, die gerade aus der Beutelmaschine kommen, die er eingerichtet hat. "Ich arbeite lieber mit Papier als mit Glas", fasst der 43 jährige gelernte Elektriker und Vater dreier Kinder seine Tätigkeit zusammen. Toth weiter: "Meine Tätigkeit bei Ludwig Verpackungen ist flexibel und gefällt mir gut. Das Betriebsklima ist super. Hier möchte ich bis zur Rente bleiben".

Ferenc Toth ist ein typischer Quereinsteiger, der bei Ludwig Verpackungen in Siebenlehn eine zweite berufliche Chance als Maschineneinrichter bekommen hat. 2014 kam er als Meister nach Deutschland, um in einem Glaswerk in Brand Erbesdorf zu arbeiten. Sein dortiges Engagement nahm jedoch ein jähes Ende, als das Unternehmen Insolvenz anmelden musste und sich Ferenc Toth unversehens in einer Beschäftigungsgesellschaft wiederfand. Sehr schnell wusste er, dass er als beruflicher Quereinsteiger flexibel sein muss, um kurzfristig einen guten Job zu ergattern.

Auch der Unternehmer Thomas Walcha (46 Jahre) bezeichnet sich selbst als „Quereinsteiger“ im väterlichen Unternehmen, Heinrich Ludwig Verpackungen in Siebenlehn und schmunzelt dabei. Er zählt in der nunmehr fünften Generation zur Gründerfamilie des Familienunternehmens, das mit 77 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern am Ort zählt. Thomas Walcha trat 1995 als diplomierter Kaufmann in den Verpackungsbetrieb offiziell ein. Hier wuchs er auf. Im Betrieb hat er im Wesentlichen seine Kindheit und Jugend verbracht. Seit über 20 Jahren unterstützt er als kaufmännischer Geschäftsführer seinen Vater, Achim Walcha, der schon 75 Jahre alt ist. Achim Walcha ist bis heute für die Produktion der Blockbodenbeutel, dem Hauptumsatzträger des Verpackungsmittelherstellers, verantwortlich.

Die Fähigkeiten immer wieder neu zu denken, flexibel zu handeln und notfalls auch wieder von vorne anzufangen, liegen der Unternehmerfamilie Walcha im Blut. Eigenschaften, wie Mut, Tatkraft, Risikobereitschaft aber auch handwerkliches Können prägen die sächsische Unternehmerfamilie seit vielen Generationen. Die zahlreichen Quereinsteiger in seinem Unternehmen sieht Thomas Walcha nicht ganz unerwartet als „große Chance“. Er erwartet von ihnen aber in erster Linie „Flexibilität und den Willen etwas zu lernen und zu leisten“.

Dafür gibt er beruflichen Quereinsteigern gerne eine Chance für einen Neuanfang in seinem Betrieb. Von den insgesamt 77 Mitarbeitern kommen viele Fachkräfte aus anderen Bereichen und Berufen. Allein 20 Quereinsteiger konnten als Packmitteltechnologen und fünf als Medientechnologen der Fachrichtung Druck bei Ludwig Verpackungen umqualifiziert finden. Mit Hilfe der zahlreichen Quereinsteigern möchte der Junior-Chef dem Fachkräftemangel in seinem Unternehmen trotzen. Gemeinsam mit dem Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) unterstützt Walcha daher die Initiative seines Verbandes, Quereinsteigern den Eintritt in Papier- und Folienverarbeitungsbetriebe zu ermöglichen und geht selbst mit gutem Beispiel voran.

www.ipv-verpackung.de
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