Aus den Unternehmen
Augmented Reality im Druck
Freitag 23. September 2011 - Auf der Basis des Abschlussprojekts "Grundkurs Vorstufe 2010" hat die Akademie Druck + Medien NRW einen Wandkalender mit digitalen Inhalten verknüpft. Zusammen mit einer Smartphone-Kamera öffnet der Kalender die Tür zu einem Medienerlebnis aus Print, animierter 3D-Grafik, Web-Inhalten und Musik.
Mit dem Kalender greift die Akademie einen Trend auf, der für die Entwicklung von Printprodukten neue Dimensionen eröffnet: „Augmented Reality“ – also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Das Projekt mit dem Titel „Musikalendarisches Augmentarium“ demonstriert, wie Druckerzeugnisse mit Online-Inhalten verbunden werden können, um als Schnittstelle zur virtuellen Welt mobile Zielgruppen zu erreichen und einen Mehrwert zu ermöglichen.
Was auf den ersten Blick aussieht wie ein einfacher Wandkalender im großen Format, ist in Wirklichkeit mehr als ein einfaches Druckprodukt. Mit 17 Kalenderblättern statt der üblichen zwölf fällt der Kalender schon vom Umfang her aus dem Rahmen. Dabei steht jedes einzelne Monatsmotiv in seiner grafischen Gestaltung für eine bestimmte Musikrichtung. Was den Kalender aber vor allem von konventionellen Printprodukten unterscheidet, das wird deutlich, sobald man eines der Motive mit einer Smartphone-Kamera anvisiert: Auf dem Handydisplay scheinen die Kalenderblätter plötzlich zum Leben zu erwachen – ein Eindruck, der durch die Ergänzung des Livebilds auf dem Smartphone um 3D-animierte Grafiksequenzen erreicht wird. Vorher wird ein sogenannter „Augmented Reality Browser“ auf dem Handy installiert, der sich als kostenlose Applikation für das iPhone oder Handys mit Android Betriebssystem herunterladen lässt. Der kleine Aufwand wird durch beeindruckende Effekte belohnt: denn nach Aufruf der App tritt auf dem Handydisplay beispielsweise die Silhouette einer Sambatänzerin aus dem Kalender heraus und bewegt sich. Mit einem Touch-Klick wird eine Kostprobe der Musik aktiviert.
Die animierten 3D-Grafiken wurden wie die Webinhalte ebenfalls vom Team der Akademie Druck + Medien NRW gestaltet und programmiert – von Hip hop bis Jazz jeweils abgestimmt auf die einzelnen Musikrichtungen. Mit der Verbindung von Printprodukt, 3D-Animation und Musik entstand so ein medienübergreifendes Gesamtprodukt mit hohem Erlebniswert, das durch die gelungene grafische Umsetzung der musikalischen Strömungen auch in der Gestaltung herausragt.
Simone Marhenke, Leiterin der Akademie Druck + Medien NRW erklärt: „Mit diesem Projekt wollten wir zeigen, wie modern und frisch Printprodukte sein können und welches Know-how bei uns in der Akademie vorhanden ist. Druckerzeugnisse stehen im Wettbewerb mit anderen Medien wie Radio, Fernsehen und dem Internet. Unser Projekt zeigt, wie der Informationsträger Papier in diesem Wettbewerb erfolgreich Akzente setzen kann. Das „Musikalendarische Augmentarium“ ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie sich Printprodukte mit Webinhalten verbinden lassen und als Basis für innovative Anwendungen dienen können. Hier entsteht für den Betrachter ein Mehrwert, das gedruckte Produkt hebt sich ab und positioniert sich neu. Das ist eine echte Chance für unsere grafische Industrie.“


