Aus den Unternehmen
Produktives ClusterForum im MAN-Museum
Donnerstag 24. November 2011 - Das am 21. November im MAN-Museum in Augsburg veranstaltete ClusterForum des Cluster Druck und Printmedien war mit rund 170 Teilnehmern und zahlreichen hochrangigen Referenten und Diskussionsteilnehmern ein voller Erfolg. Nicht nur aus Schwaben, sondern auch aus allen anderen bayerischen Regierungsbezirken und aus den benachbarten Bundesländern reisten die Gäste nach Augsburg, um sich u?ber die Rolle von Print im Medienmix der Zukunft zu informieren.
Bereits ab 10.30 Uhr begru?ßte das Clustermanagement die eintreffenden Gäste zu einem gemeinsamen „Print Brunch“, bei dem in ungezwungener Atmosphäre erste Kontakte geknu?pft und aktive Netzwerkarbeit betrieben werden konnten.
Im Anschluss hieß Clustersprecher Karl-Georg Nickel die anwesenden Gäste willkommen. Er freue sich, dass man, nachdem man bereits das erste regionale ClusterForum 2006 in Augsburg durchgefu?hrt hatte, nun, zum Start der neuen Projektlaufzeit von 2012 bis 2015, wieder in Augsburg sei. Um wirtschaftlich zu u?berleben, du?rften Unternehmen heute nicht mehr austauschbar sein, so der Clustersprecher. Benötigt werde daher eine Einmaligkeit. Als Umsetzungsturbo unterstu?tze der Cluster daher die Druckunternehmen in Bayern bei ihren Bemu?hungen, eine Alleinstellung aufzubauen und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Vernetzung der gesamten „Wertschöpfungskette Print“ im Cluster sei dabei mit ausschlaggebend. 80 Prozent klein- und mittelständische Unternehmen mit nur geringer Erfahrung in der Umsetzung von Innovationen seien ein wichtiger Grund, gemeinsam mit den Zulieferern, den Forschungsinstituten und Hochschulen eine Infrastruktur aufzubauen, in welcher der Cluster ein externes Innovationsmanagement fu?r diese Unternehmen anbiete. In den vergangenen Jahren habe, so Nickel, der Cluster viel geleistet und daher fu?r die kommende Förderperiode bis 2015 eine Zusage von Seiten der Staatsregierung bekommen.
Die Evaluierung lief seinen Ausfu?hrungen zufolge sehr gut, und dies mit nur der Hälfte der Finanzmittel anderer Cluster. 530 Partner-Unternehmen, 40 Supporter-Unternehmen, 4.300 Teilnehmer bei 83 Veranstaltungen und 2,3 Millionen Klicks auf der Webseite sprächen fu?r sich. Im Rahmen der Befragung durch die Evaluatoren äußerten sich die mit dem Clustermanagement zusammenarbeitenden Unternehmen sehr positiv. Mit Bewertungen zwischen 1,5 und 1,7 in den einzelnen Punkten, wie etwa der Kooperationsförderung, wurde somit dem Cluster ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt. Dies zeige sich auch darin, so der Clustersprecher, dass im Vergleich von insgesamt 143 Clustern in der „Nordic-German Cluster Excellence Initiative“ die Bayern das Bronze-Label erstritten haben. Fu?r die Zukunft habe man sich verschiedene Themen, darunter eine stärkere Gewichtung des Innovationsmanagements, die Verbesserung des Know-how-Transfers und die Professionalisierung im Bereich Marketing und Verkauf vorgenommen.
Im Bereich Marketing war der Cluster bereits in der Vergangenheit sehr aktiv. So wurde in den letzten Jahren eine Studie zum Thema „Sonderwerbeformen“ durchgefu?hrt und man ist Mitinitiator der bundesweiten Gattungsmarketing-Kampagne von „Print Power“. Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der Werbewirtschaft, welcher extra aus der Bundeshauptstadt nach Augsburg angereist war, stellte seine Rede unter den Titel „Werbemarkt in Bewegung: Druck unter Druck?“. Anhand aussagekräftiger Statistiken zeigte er dabei die Entwicklung des Werbemarktes auf und untermauerte vielfach kursierende Trends mit handfestem Zahlenwerk. Besonders interessant fu?r viele der Zuhörer waren dabei Zahlen zum Onlinewerbemarkt, der, so Nickel, keineswegs so durchweg positiv zu bewerten sei, wie vielfach geglaubt werde. Auch hierzu präsentierte der Verbandsvertreter interessante und aussagekräftige Statistiken, welche neue Sichtweisen auf die Entwicklungen von Online und Print im Werbemarkt eröffneten. Hierbei beru?cksichtigte er auch die Demografie, welche ku?nftig verstärkt Auswirkungen auf den Werbemarkt haben wird. Das Fazit des Fachmanns: Der Wert von Werbung wird von den Bu?rgern zunehmend anerkannt. Traditionelle Medien bleiben auch weiterhin im Vergleich zum Internet deutlich dominant. Probleme könnten neben der Demografie auch politischer Art sein. Seine Prognose fu?r die Zukunft der Werbung war daher auch „unsicher optimistisch“.
Dr. Kai Hudetz, Geschäftsfu?hrer E-Commerce Center Handel vom Institut fu?r Handelsforschung konnte im Anschluss seine Sicht auf Print im Medienmix wiedergeben. Zunächst zeigte er dabei auf, wie sehr soziale Netzwerke heute zur Normalität geworden sind und wie sehr sich in der Folge das Kaufverhalten in der Zukunft, als Stichwort sei hier Mobile Commerce genannt, aus seiner Sicht entwickeln wird. Sein Vortrag „Alles Online oder was?“ zeigte dabei anhand von Studienergebnissen auf, welche Bedeutung beispielsweise (Online-) Produktempfehlungen von Freunden auf Kaufentscheidungen haben.
Interessant war ebenfalls die Gegenu?berstellung von stationären Geschäftsstellen und Online-Shops bei der Informationssuche u?ber Smartphones vor der Kaufentscheidung. Mögliche Transaktionsimpulse wurden ebenso beru?cksichtigt, wie auch Gru?nde fu?r einen Kanalwechsel zwischen Print-Katalogen, Online-Shops und stationären Verkaufsstellen.
Im Anschluss an die Vorträge fand eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Neue Märkte und andere Kunden: Wer wird erfolgreich sein?“ unter Leitung der SAT.1 Bayern Moderatorin Sabine Arndt statt. Teilnehmer der Runde waren Dr. Christoph Röck, Leiter New Media bei der Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Prof. Dipl.-Ing. (FH) Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender der manroland AG, Dr. Hartmut Wurster, Vorstandsmitglied UPM, Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der Werbewirtschaft, Dr. Kai Hudetz, Geschäftsfu?hrer ECommerce Center Handel des Instituts fu?r Handelsforschung und Clustersprecher Karl-Georg Nickel. Dr. Kai Hudetz betonte in der Diskussion, „dass eine intelligente Verknu?pfung beim Medienmix ku?nftig das A und O sein werde“. Dr. Hartmut Wurster sah dies ebenso und betonte in diesem Zusammenhang, dass man von einer Hybrid-Revolution, also einem Mix der Medien sprechen könne. Volker Nickel stimmte der vorausgesagten Entwicklung elektronischer Medien zwar zu, wies aber auch darauf hin, dass Europa historisch eine ganz andere kulturelle Zuwendung zu Printprodukten habe, wie etwa die USA. Dr. Christoph Röck betonte wiederum, dass E-Book & Co. den Markt ku?nftig verändern werden, wobei Print weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde. Prof. Gerd Finkbeiner griff die Argumente der anderen Teilnehmer auf und stellte fest, dass die kommende Fachmesse Drupa eine wichtige Plattform sei, um den Stellenwert der Branche herauszuarbeiten. Viele Druckunternehmen seien, entgegen anders lautender Geru?chte, ausgelastet und leisteten hervorragende Arbeit. Diesen Punkt griff Clustersprecher Karl-Georg Nickel auf, als er die Druckunternehmen aufforderte, ihre Leistungsfähigkeit mehr zu vermarkten und gemeinsam nach vorne zu schreiten. Hierfu?r mu?ssten alle an einem Strang ziehen, um Druck erfolgreich zu platzieren.


