Aus den Unternehmen
WKM feiert 100. Geburtstag
Montag 14. Oktober 2013 - Die komplette Führung der deutschen Digitaldruckbranche wurde aufgeboten, um den runden Geburtstag des Wirtschaftsverbandes Kopie & Medientechnik Anfang Oktober im Leipziger Westin-Hotel zu feiern.
Über 380 Print-Dienstleistungs-Unternehmer kamen zusammen, wo im Herbst 1913 der „Bund der Lichtpause-Anstalten Deutschlands“ gegründet wurde. Die früheren Plandrucker, Lichtpauser und Reprografen verstehen sich heute als moderne und innovative Digitaldrucker, die Plotten, Scannen sowie Print-Dienstleistung im B2B-Geschäft erbringen.
Höhepunkt der „Netzwerktage Print Scan Medienkommunikation“ war der Festabend, auf dem mdr-TV-Moderatorin Uta Georgi die Geschäftsführer von Canon, Ricoh, Xerox, Konica-Minolta, Sihl, Agfa, efi, KIP und este-Folding in einer einstündigen Talkrunde nach der Branchenzukunft befragte. Die Tagung selbst eröffneten Karl-Heinz Neumann (WKM-Vorsitzender), Kurt Baier (WKM-Ehrenvorsitzender) und Heinrich Haltmeyer (Vorsitzender a.D.). Mit Stolz schauten alle auf eine erfolgreiche Verbandsgeschichte zurück, deren Mitgliedsbetriebe zwei Weltkriege, Inflationen, Wirtschaftskrisen sowie ein Verbandsverbot und Enteignungen in der „DDR“ überstanden. Das sei nur mit starken Inhaberfamilien zu stemmen gewesen, die auch im Geschäft mit ihrem Privatvermögen einstehen.
Michael Apenberg, Unternehmensberater aus Hamburg, machte den Teilnehmern Mut („100 Jahre sind nicht genug“), und prophezeite der Printbranche eine weitere Zukunft. Veredelte Printprodukte seien weiter gefragt, digitale Medien könnten das Erlebnis Druck nicht ersetzen. Christian Luther von Laserline in Berlin erläuterte das Konzept seines Unternehmens, das mit steigenden Umsätzen zu den Großen in der Printbranche gehört. „Der Digitaldruck holt sich weiter Anteile aus dem Offsetbereich, vor allem wegen Schnelligkeit und Personalisierung,“ so Luther.
Scan- und Dokumenten-Dienstleister horchten auf, als Cloud-Experte Dr. Bernd Wild von Intarsys aus Karlsruhe über die Auswirkungen erfolgreicher US-Spähversuche berichtete. Er erläuterte Maßnahmen und Tools zur Sicherung von Daten in der Cloud. Christian Sommermeyer von Syylex in Villingen stellte eine Glasscheibe vor, die als digitaler Datenträger bald die Speicher aus Kunststoff oder magnetischen Materialien ablösen könnte. Die Erfindung zur digitalen Langzeitarchivierung nennt sich „GlassMasterDisc“.
Mit dem Medienexperten Andreas Haderlein hat sich der WKM einen der top Thinktank-Referenten eingekauft. In einem mitreißenden Vortrag erläuterte er die wichtigsten Trends des digitalen Wandels. Auf seine Zeitreise in die digitale Zukunft nahm er alle Besucher der Tagung mit. Er prophezeite ein Weiterleben des Drucks auf verschiedenste Medien. Informationen auf Papier und digitaler Konsum würden nebeneinander gut leben können. Darauf könnten sich die Dienstleister einstellen.
Gernod Seeger von Beta Group schilderte seinen Einstieg in den 3D-Druck für Industriekunden. Er bot den Dienstleisterkollegen einen sanften Einsteig in ein für Viele unbekanntes Geschäft an. Auf der begleitenden Ausstellung waren dann auch einige Unternehmen vertreten, die 3D-Printingsysteme präsentierten. Die ersten WKM-Mitglieder haben die neue Dienstleistung in ihr Angebot aufgenommen und versprechen sich eine boomende Nachfrage.
Den anspruchsvollen und veredelten Druck beschrieb FOGRA-Chef Dr. Eduard Neufeld. Er beschrieb die Zukunft von personalisierten Drucken und auf den Kunden exakt zugeschnittenen Druckansprachen. Der FOGRA-Geschäftsführer machte Mut, weiter an anspruchsvollen Druckprodukten zu arbeiten. Nach einer Konsolidierung gäbe es weiter eine starke Nachfrage nach intelligenten Druckerzeugnissen.
Vergaberechts-Profi Rechtsanwalt Dr. Thomas Kirch stellte Neuerungen im Vergaberecht vor. Viele WKM- und FMI-Betriebe nehmen an öffentlichen Ausschreibungen teil, bei der Angebotserstellung gibt Dr. Kirch über die beiden Verbände wertvolle Unterstützung. Auch private Unternehmen vergeben zunehmend Druck- und Scan-Aufträge im Rahmen von Ausschreibungen. Diesen Markt gelte es weiter zu erobern, so Dr. Kirch.
Für den Veranstalter stellte WKM-Vizechef Heiko Schmalfuß die neue Line des Verbandes vor. Unter der Marke „motio – Netzwerk für Print Scan Medienkommunikation“ wird der WKM zukünftig um neue Mitglieder werben. „In einem enger werdenden Markt müssen sich die innovativsten Unternehmen in einem kraftvollen Netzwerk zusammenschließen, um zu überleben“, so Schmalfuß. Diese Plattform bietet der WKM allen Branchenkollegen, die Netzwerktage in Leipzig waren ein gelungener Startschuss.


