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Wie eine Druckerei klimaschonend ihren eigenen Strom produziert

Die leisen BlueGEN-15-Brennstoffzellen fanden dank ihrer kompakten Größe – ähnlich einer herkömmlichen Waschmaschine – im Keller der Druckerei Platz. © Isabell Geerligs,

Montag 19. April 2021 - Die niedersächsische Druckerei Kip setzt bei der Stromversorgung auf ein dreigliedriges Energiesystem aus Blockheizkraftwerk, Photovoltaikanlage und Brennstoffzellen - eine bisher wohl einmalige Lösung in der Druckbranche. Auf diese Weise kann das Familienunternehmen emissionsarm und nachhaltig 50 Prozent des im Jahresmittel benötigten Stroms selbst produzieren.

„Das Ziel war, den Strom für unsere Maschinen, Server und Beleuchtungsanlagen soweit wie möglich eigenständig, wirtschaftlich und vor allem klimaschonend zu erzeugen“, erklärt Corinna Kip-Geerligs aus der Geschäftsleitung der Graphischen Betriebe Kip GmbH + Co. KG. Dazu hat Kip seit 2017 nach und nach ein Energiesystem aus drei zentralen Bausteinen aufgebaut. Ein Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) und eine Photovoltaikanlage werden seit Anfang 2020 um zehn Brennstoffzellen ergänzt.
 
Energieeinsparung vor Energieerzeugung
„Bevor wir in unsere eigene Energieerzeugung investieren wollten, haben wir erstmal intensiv geschaut, wo wir Energie einsparen können“, erinnert sich Mitgeschäftsführerin Bettina Kip. Also wurden zunächst die Firmengebäude umfassend nach der aktuellsten Energieeinsparverordnung energetisch saniert. „Für weniger Energieverbrauch haben wir dann alle mechanischen Pumpen gegen energiesparendere Varianten ausgetauscht und das gesamte Gebäude auf hocheffiziente LED-Beleuchtung umgestellt“, erklärt Corinna Kip-Geerligs. Erst danach erarbeitete Kip gemeinsam mit Jürgen Freudenreich, Energieeffizienz-Experte und Berater der Firma Koldehoff, ein Konzept zur nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieversorgung. In enger Absprache mit den Behörden und dem öffentlichen Stromnetzbetreiber konnte das gesamtheitliche Konzept schließlich umgesetzt werden.
 
Eigenes Blockheizkraftwerk produziert bei Bedarf
Seit 2017 beheizt ein 34 kW starkes Blockheizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung das Gebäude und liefert Prozesswärme für die Anlagen des Druckbetriebs. „Das BHKW verfügt über einen gasbetriebenen Ottomotor in Kombination mit einer Asynchronmaschine. Der erzeugte Strom wird verbraucht oder in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist“, erklärt Jürgen Freudenreich. 150.000 kWh produziert das BHKW im Jahr. Durch die doppelte Nutzung der eingesetzten Primärenergie ist das BHKW hocheffizient und spart im Vergleich zur herkömmlichen Energieerzeugung große Mengen CO2 ein. Im Sommer, wenn keine Heizleistung für die Räume benötigt wird, läuft es nur phasenweise bei Prozesswärmebedarf und zum Aufladen eines Warmwasserspeichers.
 
Photovoltaik und Brennstoffzellen sparen effizient CO2
Die Photovoltaikanlage hingegen liefert vor allem im Sommer ihre elektrische Leistung. Die Anlage mit 65 kWp Nennleistung wurde auf dem Dach eines Nebengebäudes installiert. Auf einer Fläche von 352 qm produzieren dort 216 Solarkollektoren im Jahresverlauf etwa 60.000 kWh umweltfreundlichen Strom. Dadurch schafft Kip eine weitere CO2-Reduzierung von etwa 42 Tonnen jährlich.
 
Nach der Installation und den positiven Erfahrungen mit BHKW und PV-Anlage entschied man sich schließlich für Brennstoffzellen als Ergänzung. Die BlueGEN-15-Brennstoffzellen von SOLIDpower bilden die Konstante im System; sie erzeugen rund um die Uhr zuverlässig etwa 130.000 kWh emissionsarmen Strom. „Die Server und Druckmaschinen von Kip haben eine recht hohe Grundlast. Darum haben wir die Installation von so vielen Brennstoffzellen empfohlen. Mit einer Stromlast von 15 kW können sie die Grundlast des Betriebs in der Nacht und am Wochenende optimal abdecken“, erklärt Jürgen Freudenreich die Entscheidung für die Brennstoffzellen.
 
Ressourcenschonender Betrieb aus Überzeugung
„Jeder trägt eine Grundverantwortung gegenüber der Umwelt und den kommenden Generationen. Und wir als Druckerei benötigen natürlich viel Energie, Ressourcen und Material für unsere Produktion. Da ist es für uns selbstverständlich, zu schauen, wie wir unser Unternehmen möglichst nachhaltig und umweltschonend gestalten können“, erklärt Corinna Kip-Geerligs das langjährige Engagement der Druckerei. Die Geschäftsführerinnen engagieren sich über die Unternehmensgrenzen hinaus für nachhaltige Projekte und unterstützen sowohl große Initiativen wie die „SAT.1 Waldrekord-Woche“ als auch kleine, lokale Initiativen wie etwa die „Ratzeler Blühwiese“ in Itterbeck von Landwirt Gero Nyboer.

www.kip.de
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