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Verbrauchsmaterialien

Vom optischen Störfaktor zum Blickfang

Samstag 25. Februar 2012 - An Plakatwänden, in Zeitschriften, auf Etiketten und Verpackungen: überall springen uns 2-D-Barcodes ins Auge. Dabei glänzen sie nicht wirklich durch stilvolle Optik. Im Gegenteil. Sie fallen auf, weil sie das Erscheinungsbild empfindlich stören. Sie sind in der Regel nicht in das Gestaltungskonzept eingebunden, sondern deplatziert wirkende Fremdkörper im Design. Dass es auch anders geht, zeigt Leonhard Kurz auf der diesjährigen Drupa.



Der Prägefolienhersteller hat diffraktive 2-D-Barcodes in anspruchsvoller Ästhetik entwickelt, die Produkten Wertigkeit verleihen. Der Barcode ist nicht gedruckt, sondern als silberfarbene Prägefolie appliziert, der eigentliche Code ist als lichtbrechende, holografie-ähnliche Struktur eingearbeitet. Das Barcode-Quadrat kann in ein größeres metallisiertes Design mit weiteren holografischen Details eingebunden sein. Der Code lässt sich beispielsweise mit schwer zu fälschenden optischen Echtheitsmerkmalen kombinieren. Auch können in die metallisierte Fläche Corporate-Design-Elemente eingearbeitet werden, so dass sich der integrierte Code harmonisch in das Markenbild einfügt. Alternativ kann der diffraktive 2-D-Code als isoliertes Einzelbild appliziert werden, das vom Verbraucher auf den ersten Blick als Echtheitskennzeichen wahrgenommen wird und den Markenwert unterstreicht.

Optisch ist der diffraktive 2-D-Code von Kurz mit den gedruckten Codes nicht vergleichbar, hinsichtlich der Funktion aber schon. Er ist genauso mit dem Scanner oder Smartphone einlesbar und ermöglicht gleichermaßen den schnellen Zugriff auf mobile Informationen. Kurz hat ein internetbasiertes Identifikationssystem namens Secutrace installiert, das verschiedenste Produktdaten für Endverbraucher, Händler, Zollbeamte und Markenartikler bereitstellt. Diese Daten sind über den 2-D-Code in Echtzeit abrufbar. Der Käufer bekommt beispielsweise per Handy die Echtheit eines Markenproduktes bestätigt. Ebenso kann er Gewinnlose, Loyalty-Programme, Produktinformationen und interaktive Spiele abrufen.

Der Markenhersteller hat mit Secutrace Zugriff auf Mikromarketing-Daten, die ihm ermöglichen, seine Zielgruppen genau anzusprechen und ihnen maßgeschneiderte Angebote zu machen. Weiterhin kann er den Weg des Produktes durch die gesamte Lieferkette zurückverfolgen. Sämtliche Code-Abfragen werden von dem Identifikationssystem protokolliert, analysiert und ausgewertet. Der Markenartikler hat jederzeit Zugriff auf diese Berichte. Er gewinnt stärkeren Einblick in die Produktbewegung und kann z. B. Parallelhandel leichter erkennen.

www.kurz.de
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