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Zeitung & Versandraum

Neue Technik für die Druckaufträge aus Bremen

Das Druckhaus Delmenhorst hat seine Produktionskapazität im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Unter anderem wurde eine komplette Zusammentrag- und Einsteck-Linie von Ferag installiert.

Montag 07. Juni 2021 - Das Druckhaus Delmenhorst im Norden Deutschlands hat seine Produktionskapazität im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Unter anderem wurde eine komplette Zusammentrag- und Einsteck-Linie von Ferag installiert.

Auf ihr werden seit Dezember 2020 die Tageszeitungen der Bremer Tageszeitungen AG – der WESER-KURIER, die Bremer Nachrichten und die Verdener Nachrichten – verarbeitet. Der Verlag hatte sich entschlossen, die eigene Produktion zu beenden und außer Haus zu vergeben.

Gerhard Tapken, der heutige Eigentümer des Druckhauses Delmenhorst, ist ein sehr engagierter Unternehmer. Im September 2018 hatte er das damalige Druckhaus Rieck, in dem er zuletzt als Geschäftsführer tätig war, aus der Insolvenz erworben und in Druckhaus Delmenhorst umfirmiert. „Investitionen und innovative Ideen“ waren es, durch die er die Druckerei aus der Insolvenz herausführen und wieder auf solide Füße stellen konnte, sagt Gerhard Tapken. „Viele haben mich damals für verrückt gehalten. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, kann ich sagen, dass es auf jeden Fall die richtige Entscheidung war.“

Das Druckhaus produziert vor allem Beilagen und Wochenzeitungen im Lohndruck. Dazu standen schon seit vielen Jahren zwei Produktionslinien mit Drucktechnik von Koenig & Bauer im Berliner Format sowie ein Ferag-Versandraum mit zwei Zusammentrag- und Einsteck-Linien zur Verfügung. Die, aus der nur wenige Kilometer entfernten Großstadt Bremen akquirierten Periodika erscheinen allerdings im Rheinischen Format und so musste komplett neue Technik für die Druckerei in Delmenhorst bestellt werden.

Sportlicher Zeitplan für den Umbau

Gerade einmal zwölf Monate lagen zwischen dem Vertragsabschluss mit der BTAG und dem Andruck der ersten Weser-Kurier-Ausgabe in der Nacht zum 1. Dezember 2020. Die alte Technik hatte innerhalb von drei Monaten abgebaut werden müssen. Danach goss man für die Druckmaschine noch ein neues Fundament und auch im Versandbereich wurden die Voraussetzungen für die Installation der neuen Maschinen geschaffen. 13,5 Millionen Euro hat Gerhard Tapken investiert und zusätzliches Personal verpflichtet, so dass das Druckhaus heute rund 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Für die Weiterverarbeitung wurde dem Druckhaus Delmenhorst durch die Ferag eine maßgeschneiderte Konfiguration aus neuen und werks-revidierten Modulen zusammengestellt: So wurde die neue RollSertDrum-MV-Einstecktrommel, die FlyStream-Zusammentragstrecke mit ihren 16 JetFeeder-Anlegern durch MultiDisc-Wickel- bzw. Abwickeltechnik sowie drei MultiStack-Kreuzleger von einem anderen deutschen Standort ergänzt. Für das Druckhaus Delmenhorst war dies ein großer Schritt nach vorn. Ausgestattet mit dem Ferag FlyStream kann nun die nächtliche Produktion der an allen sieben Tagen der Woche publizierten Tageszeitungen automatisiert gefahren werden.

„Ganz gut hinbekommen“

Die Tageszeitungen haben eine durchschnittliche Auflage von 120.000 Exemplaren, an drei Tagen kommen noch 165.000 Regionalteile hinzu. Ein wöchentlich erscheinendes Anzeigenblatt bringt es auf über 200.000 Ex. Um die Nachtproduktion zu optimieren, werden die Hauptprodukte auf MultiDisc-Wickel gefahren, denn die neue Rotation ist auf eine mechanische Geschwindigkeit von 50.000 Ex./Stunde ausgelegt.

Als in der Nacht zum 1. Dezember 2020 die erste aktuelle Produktion quasi aus dem Stand heraus erfolgte, war selbst Gerhard Tapken erstaunt, was sein Team gemeinsam mit den Partnern Ferag und Koenig & Bauer erreicht hatte. „Das haben unsere Lieferanten ganz gut hinbekommen“, lobt er. „Und das auch noch unter Corona-Bedingungen und bei Kurzarbeit.“ Tapken ist von der Zukunft des Druckgewerbes überzeugt: „Wir können gut drucken, und wir können damit auch Geld verdienen.“

www.ferag.com
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