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Inkjet & Digitaldruck

Digitaldruck-Plotservice noch lange gefragt

Auf der Versammlung des Think Tanks planen-bauen 4.0 in Berlin (von links): Dr. Jan Tulke und Inga Stein-Barthelmes, beides Geschäftsführer der planen bauen 4.0, mit motio-Geschäftsführer Achim Carius. 

Samstag 02. Oktober 2021 - Das motio-Netzwerk ist Gesellschafter der planen-bauen 4.0 GmbH, einem Berliner Think Tank, der u.a. die Bundesregierung bei dem Ausbau der Digitalisierung der Bau- und Planungswirtschaft sowie von Behörden begleitet. Dort sondiert motio als Branchenverband der Digitaldruck- und Scan-Dienstleister die eigene Branchenzukunft beim Drucken von Bauplänen auf Papier, dem Plotservice.

„Der papierlose digitale Bauantrag kommt bundesweit nicht bereits morgen und auch später nicht überall zur gleichen Zeit“, so RA Achim Carius, Geschäftsführer des motio-Netzwerkes (Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V.). Als Verbandsvertreter nahm er gestern an der jüngsten Gesellschafterversammlung des Think Tanks „planen-bauen 4.0 GmbH“ in Berlin teil. Dort trafen sich die Spitzen der deutschen Bauindustrie, darunter Verbände, Kammern und Organisationen von Bauunternehmen, Ingenieur- und Architekten-Vereinigungen sowie Planer aller Richtungen. „Neben der Versammlung mit Rechenschaftsberichten und Aufsichtsratswahlen waren die Gespräche unter den Teilnehmern nach eineinhalbjähriger Corona-Pause das Spannendste,“ so Carius. Als Zulieferer der Bauwirtschaft sind für die Verbandsmitglieder Informationen zur geplanten Einführung der Digitalisierung des Planungswesens überlebenswichtig. Seit über einem Jahrhundert beliefern motio-Betriebe die Planungs- und Bauwirtschaft mit großformatigen Papier-Plänen überwiegend im Format DIN A0. Diese spezielle Druck-Dienstleistung rund um die Planvervielfältigung nannte man einst Lichtpause und Plankopie. Heute ist es der Plotservice, den hunderte Familienbetriebe als gewerbliche Dienstleister erbringen.
 
Nach einer Umfrage unter den Verbandsmitgliedern hat bei diesen der Plotservice heute einen Umsatzanteil von immerhin noch 20 bis 50%, einst waren es 100%. Vor diesem Hintergrund hat die Branchenorganisation ein wachsames Auge auf die anstehende Einführung des digitalen Bauantrages und der digitalen Bauakte in den Bauämtern von Städten und Landkreisen. Das papierlose Planen und Bauen steht unter der Überschrift BIM (Building Information Modeling). „Den Polier an der Baugrube mit einem Tablet in der Hand, ganz ohne Papierzeichnung, den habe ich in Deutschland noch nicht gesehen,“ so Carius. Es wird noch einige Jahre dauern, bis Mitarbeiter auf den Bauämtern fit sind, verlässlich mit virtuellen BIM-Modellen zu arbeiten. Bis dahin werden Papierpläne benötigt, in Planungsbüros der Bauwirtschaft, Projektentwicklern, bei den Fachplanern, in der öffentlichen Verwaltung und beim Bauherren.
 
Die am Rande der planen-bauen 4.0-Versammlung geführten Gespräche in Berlin ergaben jedenfalls, dass Deutschland bis auf eine Hand voll BIM-Pilotbaustellen immer noch mit Plots aus Papier arbeitet. Als Corona die Planer ins Homeoffice schickte stieg der Umsatz im Plotservice in den motio-Betrieben deutlich an. Der Grund hierfür liefert das motio-Netzwerk überzeugend: In den Architektur- und Ingenieurbüros war niemand, der die teilweise vorhandenen Plotter bediente, die Plottertinte nachfüllte und die Papierrollen einlegte. Daher übermittelten die Planer ihre CAD-Plandaten aus dem Homeoffice an die ca. 250 deutschen und österreichischen motio-Standorte. Dieser Boom hält nach Aussagen von Carius noch an. motio-Mitglieder drucken/plotten, beschneiden, falten und versenden die Pläne anschließend verlässlich in wenigen Stunden nach Auftragseingang, überwiegend noch am selben Tag. Die Auslieferung an die Baustellen funktionierte während der Corona-Beschränkungen ebenfalls sehr gut. Innerhalb kürzester Zeit waren kontaktfreie Übergabestellen auf dem Baugelände eingerichtet. Mittlerweile erkennen viele Planer, dass sich der Betrieb und Unterhalt eigener Plotter nicht rechnet. Externe professionelle Dienstleister in räumlicher Nähe übernehmen das Plan-Drucken, -Scannen und die gesamte Verteillogistik viel preisgünstiger. Die Zeitersparnis durch Beauftragung eines externen Dienstleisters ist der entscheidende Vorteil.
 
motio-Betriebe holen sich heute die Druckdateien Ihrer Auftraggeber aus virtuellen Planräumen, aus Projekträumen und aus Bauportalen. Hierzu gewähren die Kunden ihnen definierte Zugriffsrechte, jede Nutzung wird lückenlos dokumentiert. Derartige Projekträume haben motio-Mitglieder auch selbst entwickelt, andererseits arbeiten die Dienstleister auch mit vorgegebenen Portalen ihrer Kunden.
 
Der Plotservice, also das Drucken von CAD-Plandateien auf Papier, das Beschneiden, das Falten auf DIN A4-Endformat und das Anbringen von Abheftstreifen, wird noch einige Jahre zur Kerndienstleistung der Mitglieder des motio-Netzwerkes zählen. Daneben hat sich das Scannen von analogen großformatigen Papierplänen als weiteres Standbein der motio-Betriebe entwickelt. Ganze Bauaktenarchive mit Schriftwechsel und Plänen in verschiedenen Formaten werden aktuell gescannt, digitalisiert und für die Kunden archiviert. Daher sind die Mitglieder im motio-Netzwerk nicht nur Digitaldruck-Dienstleister sondern auch Scan-Profis. Der kürzlich zum Verbandsvorsitzenden gewählte Ludwigshafener Unternehmer Wolfgang Leibig vom Reprozentrum Otto Leibig GmbH kann den Trend bestätigen: „Unser Plot- Scan-Umsatz mit der Planungs- und Bauwirtschaft, mit Architekten und Behörden ist äußerst positiv. Es wird in Deutschland zur Zeit viel geplant und gebaut. Als zuverlässige Medien-Dienstleister für den Druck- und Digitalisierungs-Service sind wir da unverzichtbar,“ so Leibig.
 

www.motio-media.de
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