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Aus den Unternehmen

Heidelberg: Jeder 4. Mitarbeiter muss gehen

"Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Maschinenbausektor in den vergangenen Monaten weiter stark belastet", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

Freitag 27. März 2009 - Heidelberg: Einsparungen von rund 200 Millionen Euro auf rund 400 Millionen Euro bis 2011: Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise weitere Maßnahmen beschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Konzerns zu sichern. Der Weltmarktführer für Druckmaschinen wird bis zum Geschäftsjahr 2010/11 durch diese Maßnahmen inklusive der bereits laufenden Programme Gesamteinsparungen von rund 400 Millionen Euro (bislang 200 Millionen Euro) gegenüber Geschäftsjahr 2007/08 erzielen. Das Unternehmen ist dadurch deutlich besser gerüstet für die zukünftigen Herausforderungen und verschafft sich zudem eine gute Ausgangsposition auch für die Zeit nach der Krise.

Die seit Herbst 2008 zu verzeichnende Investitionszurückhaltung hat sich auch im Jahr 2009 fortgesetzt. Gründe hierfür sind vor allem eine geringe Auslastung der Druckereien sowie die restriktive Kreditvergabe der Banken an die Kunden des Druckmaschinenherstellers. Heidelberg muss davon ausgehen, dass der Auftragseingang des laufenden vierten Quartals 2008/09 unter 500 Millionen Euro und damit unter dem Wert des bereits schwachen Vorquartals liegen wird (Q 3: 560 Millionen Euro). Kurzfristig ist keine Besserung zu erwarten, so dass im nächsten Geschäftsjahr 2009/10 mit einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich zu rechnen ist. Das Unternehmen plant daher eine weitere Senkung der Kapazitäten und Strukturkosten, um entschieden auf den Auftragsrückgang zu reagieren.

Heidelberg reagiert entschlossen auf die Krise
„Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Maschinenbausektor in den vergangenen Monaten weiter stark belastet“, sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit einem Kostensenkungsprogramm auf die Krise reagiert. Bedingt durch die schwierige konjunkturelle Lage ist die Nachfrage weiter gesunken, und wir sehen derzeit keine Anzeichen für eine kurzfristige Besserung. In dieser Situation ist es die unternehmerische Aufgabe des Managements, die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu wahren. Wir haben die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um durch Anpassungen der Strukturen die Ertragssituation unseres Unternehmens nachhaltig zu optimieren und uns eine gute Ausgangsposition für den späteren Aufschwung zu sichern.“

Maßnahmen zur Kostensenkung
Die geplanten Maßnahmen umfassen eine weitere Reduktion der Personal- und Sachkosten bei Forschung und Entwicklung (F&E), in der Produktion und Verwaltung sowie im Vertrieb. Die Höhe der Investitionen wird verringert. Die Produktion der Packaging-Produkte wird im Hauptwerk Wiesloch-Walldorf konzentriert. Der überwiegende Teil der Einsparungen wird im Geschäftsjahr 2009/10 realisiert.

Um diese Einsparung zu erreichen, ist in etwa eine Verdoppelung der ursprünglich vorgesehenen Abbauzahl von 2.500 Mitarbeitern geplant. Den Aufwand für die Kostensenkungsprogramme insgesamt beziffert das Unternehmen mit 170-190 Millionen Euro.

Kündigung des Zukunftssicherungsvertrages
Um die notwendigen Personalanpassungen auch durch betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können, kündigt Heidelberg den zuletzt im Oktober 2007 verlängerten Tarifvertrag zur Zukunftssicherung zum 30. Juni 2009. Das Unternehmen beabsichtigt, mit Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft in entsprechende Verhandlungen über die weiteren Personalanpassungen einzutreten.

„Bei der Verlängerung des Zukunftssicherungsvertrages vor zwei Jahren war eine derart dramatisch negative Entwicklung der Weltkonjunktur nicht absehbar. Aufgrund der globalen Finanzmarktkrise haben wir leider keine Alternative zur Kündigung des Vertrages. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit auch im Interesse der Belegschaft sichern“, sagte Bernhard Schreier.

www.heidelberg.com
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