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Verpackung

Rapida 145 von Koenig & Bauer mit Spitzen-Performance in der Verpackungsproduktion

Gruppenfoto mit allen Verantwortlichen für die Installation der Rapida 145 (v.l.n.r.): Jörg Liebold, Betriebsleiter, Daniel Michalik, Koenig & Bauer, Tim Steinke, Projektmanager, Rolf Uting, Produktionsleiter Druck, Robert Hein, Prokurist und kaufmännischer Leiter, Steffen Theiss, Leiter Produktentwicklung, und Christopher Hugel, Vertrieb Koenig & Bauer Deutschland (die abgebildeten Personen haben sich vor dem Fototermin auf das Corona-Virus testen lassen bzw. sind vollständig geimpft)

Dienstag 07. September 2021 - Coburger Kartonagenfabrik erweitert Druckkapazitäten.

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Das kursächsische Wappen ist in Coburg und seiner Umgebung allgegenwärtig. Im Jahr 1353 erbte Markgraf Friedrich III von Meißen die damalige Pflege Coburg. Erst seit 1920 gehört die Stadt zum Freistaat Bayern. Trotzdem hat es nichts mit alten Traditionen zu tun, wenn seit vergangenem Jahr eine Bogenoffsetmaschine aus dem Meißner Elbtal in der Coburger Kartonagenfabrik in Dörfles-Esbach produziert.
Vielmehr ging dem Entscheidungsprozess ein hartes Auswahlverfahren voraus. Prokurist Robert Hein erinnert sich: „Hier hat Koenig & Bauer einen sehr guten Job gemacht. Die Zusammenarbeit verlief professionell und stetig.“ Anhand von Prozessanalysen und Drucktests entschied sich der Verpackungsbetrieb für eine Rapida 145 mit sechs Farbwerken, Lackausstattung und dreifacher Auslageverlängerung. Die eindrucksvolle Anlage ist für die Verpackungsproduktion um 630 mm erhöht und kann im Nonstop-Betrieb Stapel von über 1,8 Metern Höhe mühelos verarbeiten. Dank vollautomatischer Stapellogistik ist auch beim Druck auf Starkkarton eine unterbrechungsfreie Druckproduktion möglich.

Ausgezeichnete Performance
Robert Hein und Druckereileiter Rolf Uting sind voll des Lobes, wie schnell und gut sich ihr Druckteam an der neuen Maschine eingearbeitet hat. Für sie war neben dem Modellwechsel geradezu ein Sprung in eine neue Automatisierungs- und Leistungsstufe zu bewältigen. Von Monat zu Monat erhöht sich die Anzahl der produzierten Bogen pro Lohnstunde. In den Performance Reports, die anonyme Leistungsvergleiche mit anderen Bogenoffsetmaschinen beinhalten, nimmt die Rapida 145 der Coburger Kartonagenfabrik bereits jetzt einen der Spitzenplätze ein.
Daran haben Automatisierungslösungen und individuelle Maschinenanpassungen einen großen Anteil: Von der ziehmarkenfreien Anlage DriveTronic SIS über auskuppelbare Farbwerke bis hin zum automatisierten und damit sehr schnellen Lackplattenwechsel bietet die Rapida 145 Vorteile, die die Bedienteams sehr schätzen. Dazu kommen die EasyClean-Farbkastenbeschichtungen, die Farbwechsel beschleunigen, QualiTronic ColorControl zur Inline-Farbregelung auch an den Bogenhinterkanten und ErgoTronic PlateStretch (Recken der Druckplatten via Fernverstellung vom Leitstand aus zum Papierdehnungsausgleich). Nach dem Vorbild des Plattenwagenlifts von Koenig & Bauer konzipierten die Fachleute der Coburger Kartonagenfabrik einen weiteren Lift zur Versorgung der Maschine mit Druckfarbe. Waschtücher lassen sich über ein Rohr in die ebenerdig bereitstehenden Standardbehälter entsorgen. All diese Zusätze ersparen Wege, reduzieren das Treppensteigen mit vollen Händen und damit die Unfallgefahr.
60 bis 70 Prozent der täglichen Druckproduktion laufen über die neue Rapida 145. Um ihre Stärken voll auszuspielen, bedruckt sie meist Karton zwischen 230 und 250 g/m2. Mit dem hohen Volumen, das über die Rapida 145 läuft, konnte in einem ersten Schritt bereits eine Schicht auf der noch verfügbaren älteren Druckmaschine eingespart werden.

Nachhaltige Verpackungsproduktion
An der Rapida 145 kommen ungekantete, prozessfreie Druckplatten erfolgreich zum Einsatz. Um die Standfestigkeit der Platten zu erhöhen und den Prozess trotz stärker verschmutzendem Feuchtwasser sicher zu gestalten, haben sie die Intervalle für den Wechsel der Filter erhöht. Daneben erfolgt einmal pro Woche eine intensive Walzenreinigung.
Dies ist nur eine Maßnahme zur nachhaltigen Verpackungsproduktion, die das Unternehmen umsetzt. Hinzu kommen ein durchgängiges Energiemanagement, das kurz- und langfristige Einsparziele beinhaltet, fortwährende Investitionen in energiesparende Anlagen und Infrastruktur sowie die Wärme- und Kondensatrückgewinnung. Denn gerade bei der Wellpappen-Herstellung entstehen hohe Temperaturen, Dampf und Kondensate. Besondere Aufmerksamkeit schenken die Coburger Verpackungsexperten ebenso der Leckage-Prüfung – z.B. der Druckluft. Denn der Energiebedarf zur Drucklufterzeugung ist besonders hoch.
Daneben liegen von ISO 9001 über FSC bis hin zu HACCP und Energiemanagement alle Zertifizierungen vor, die für die Produktion von Lebensmittel- und anderen Verpackungen erforderlich sind.

Spektakuläre Installation
Damit die Rapida 145 an ihrem jetzigen Standort, direkt am Eingang zum Drucksaal und damit innerhalb einer durchgängigen Logistik-Kette, produzieren kann, waren umfangreiche Umbauarbeiten an der Bestandshalle vorzunehmen. Im Bereich von Anleger und Anlage stand früher eine tragende Säule. Diese wurde entfernt und durch ein Stützsystem seitlich der Maschine sowie einen Stahlträger darüber ersetzt.
Bei der Installation des Rückkühlers auf dem Hallendach handelte es sich um eine weitere spektakuläre Aktion. Aufgrund der riesigen Hallenfläche kam ein 220-Tonnen-Kran mit einer Auslegerlänge von über 80 Metern zum Einsatz, um das Aggregat zu positionieren.

First Mover in vielen Bereichen
Die Coburger Kartonagenfabrik produziert mehrere Millionen Faltschachteln pro Tag. Dazu verfügt sie auf etwa 40.000 m2 Produktionsfläche neben den beiden Bogenoffsetmaschinen über Kaschieranlagen für Einfach- und Doppelwelle, Stanztechnik, mehr als zehn Faltschachtelklebemaschinen, eine Fensterklebemaschine sowie weitere Spezialausrüstungen. Die 300 Beschäftigten im Unternehmen verarbeiten jährlich ca. 45.000 Tonnen Papier und Karton. Wellpappen-Produkte überwiegen mit 80 Prozent der Endprodukte. Sie bestehen aus F-, E-, B- und Doppelwelle sowie jeglichen Kombinationen daraus.
Bei Produktinnovationen und Kunststoff-Ersatz durch nachwachsende Rohstoffe gehört die Coburger Kartonagenfabrik zu den First Movern der Brache. Sie profitiert vom derzeitigen Paradigmenwechsel hin zu nachwachsenden Rohstoffen. Dabei ist das Unternehmen aufgrund der maschinellen Ausstattung und Automatisierung in erster Linie an der Produktion hoher Auflagen interessiert. Die Konfektionierung von Waren für Großkunden gehört ebenso wie die Einlagerung und chargenweise Auslieferung von Verpackungen zum Service. 16.000 Palettenstellplätze sind direkt im Werk verfügbar.
Das Unternehmen setzte frühzeitig auf offset-bedruckte Verpackungen aus Doppelwelle. Dazu wurde in die erste Inline-Wellpappe-Kaschiermaschine der neuesten Generation investiert. In der Phase zwischen 2015 und 2021 setzte das Unternehmen ein massives Investitionsprogramm um, das sowohl die Gebäudestruktur, den Maschinenpark als auch die gesamte IT-Landschaft umfasste. Die neue Rapida 145 ist ein integraler Bestandteil dieses Programms, das nun zu weiten Teilen abgeschlossen ist. Das Programm wurde dabei klar an die veränderten Marktbedingungen sowie die gestiegenen Kundenerwartungen ausgerichtet.
Das Kundenklientel der Coburger Kartonagenfabrik setzt sich überwiegend aus großen mittelständischen Unternehmen sowie großen Aktiengesellschaften aus der DACH-Region sowie den Benelux-Ländern zusammen und ist dabei traditionell breit und diversifiziert aufgestellt.

www.koenig-bauer.com
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