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Veredelung & Siebdruck

Großformatige digitale Lackiermaschine dmax feiert Weltpremiere

Donnerstag 12. Juni 2014 - Mit dmax präsentieren Steinemann Technology, Schmid Rhyner und das Druckhaus Mainfranken die weltweit erste großformatige digitale Lackiermaschine.

Unter dem Namen dmax (digital maximum) haben die Steinemann Technology AG, St. Gallen / Schweiz, die Schmid Rhyner AG, Adliswil-Zürich / Schweiz, und die Druckhaus Mainfranken GmbH, Marktheidenfeld / Deutschland, Anfang Juni 2014 im Rahmen einer Presseveranstaltung im Druckhaus Mainfranken die weltweit erste großformatige digitale Lackiermaschine vorgestellt. Damit setzt Steinemann Technology mehr als 40 Jahre, nachdem das Unternehmen die UV-Lackierung auf Druckbogen erfunden hat, gemeinsam mit Schmid Rhyner und dem Druckhaus Mainfranken erneut Maßstäbe in der Highend-Veredelung von Druckerzeugnissen.

Die Hochleistungs-Inkjetdruckmaschine für Spotlackierungen mit einem maximalen Druckformat von 1.080 x 780 mm wurde im Laufe der vergangenen Jahre von den drei Unternehmen in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit entwickelt. Sie kombiniert praxisbewährten, soliden Maschinenbau mit einem innovativen Inkjet-Prozess für den Lackauftrag. So liefert die dmax bei einem maximalen Durchsatz bis 10.000 Bogen pro Stunde bzw. 100 m/min und einer Auflösung von 600 x 600 dpi konstant höchste Lackierqualität ohne Pinholes und Orangenhaut-Effekte. Die Basis bei gleichzeitig hoher Produktivität bilden hierfür unter anderem zwei von Schmid Rhyner entwickelte Technologien: diVar (Digital Varnishing Technology) und eine spezielle Nachbehandlung des flüssigen Lackfilms (Postprint Enhancement). Beide Technologien sind patentiert.

„Aus unserer Sicht ist die Veredelung von Druckerzeugnissen mit haptischen Effekten eine enorm wichtige Entwicklung. Nur so können sich Druckerzeugnisse deutlich von digitalen Medien abheben“, formulierte Ulrich Stetter, Geschäftsführer der Druckhaus Mainfranken GmbH mit Sitz in Marktheidenfeld, einen wichtigen Grund, warum sein Unternehmen in die Technologiepartnerschaft mit Schmid Rhyner und Steinemann eingestiegen ist. Die Nachfrage nach hochwertig veredelten Druckerzeugnissen nehme auf allen Seiten zu.

Als wichtigster Druckpartner der flyeralarm GmbH veredele das Druckhaus Mainfranken mit der dmax unter anderem Kalender, Visiten- und Postkarten sowie eine Vielzahl anderer Druckerzeugnisse mit haptischen Lackeffekten. Gleiches gelte für Aufträge von Drittkunden, die gerne die Produktionsinfrastruktur und -kapazitäten des Druckhauses Mainfranken nutzen. Gerade auch der Kreativität von Mediendesignern und Agenturen beim Spielen mit haptischen Effekten eröffne die Lackiermaschine interessante neue Möglichkeiten.

So kann die dmax mit ihren ‚überlappend’ angelegten 20 Inkjet-Druckköpfen flexibel Lackauftragsmengen zwischen 4 g/m2 und 35 g/m2 realisieren, womit sie ein sehr breites Spektrum abdeckt. „Da wir die Lacke selbst herstellen, konnten wir deren Formulierung während der Maschinenentwicklung flexibel auf den Prozess abstimmen und damit optimale Ergebnisse sicherstellen“, ergänzt Schmid Rhyner-CEO Jakob Rohner einen wichtigen Aspekt der engen Zusammenarbeit zwischen Steinemann Technology und seinem Unternehmen.

„Das Druckhaus Mainfranken war für uns ein idealer Technologiepartner. Die Experten des Unternehmens haben uns mit sehr anspruchsvollen und konkreten Vorgaben hinsichtlich der zu veredelnden Produkte sowie der Oberflächenanforderungen enorm herausgefordert. Hinzu kamen höchste Anforderungen an die Produktivität, die allein schon wegen des Web-to-Print-Prozesses für flyeralarm in der Branche ihresgleichen suchen“, begrüßte Christof Stürm, CEO von Steinemann Technology, das Engagement des Druckhauses Mainfranken bei der partnerschaftlichen Entwicklung der innovativen Lackiermaschine.

Neben dem Akzidenzdruck ist die Verpackungsherstellung für Schmid Rhyner und Steinemann ein wichtiger Zielmarkt für ihre neue Technologie – sind doch beide Unternehmen mit ihren Produkten im globalen Faltschachtelmarkt ausgesprochen stark präsent. Mit ihrem großen Format unterstützt die neue digitale Lackiermaschine dmax gerade die Faltschachtelproduktion.

„Insbesondere aufgrund der hohen Produktionsgeschwindigkeit in Kombination mit dem großen Format der Maschine haben wir zu der Technologie von Steinemann und Schmid Rhyner im Markt keine Alternative gesehen“, nannte Stetter einen weiteren Grund, weshalb sich das Druckhaus Mainfranken als industrielle Druckerei gerne in die Entwicklungspartnerschaft eingebracht hat. Die in der Praxis x-fach bewiesene Zuverlässigkeit der Maschinentechnologie von Steinemann – das Druckhaus Mainfranken arbeitet seit vielen Jahren mit zwei konventionellen UV-Lackiermaschinen des schweizerischen Herstellers – und die hohe Qualität des innovativen digitalen Lackauftragsverfahrens in Kombination mit der einzigartigen Postprint Enhancement-Technologie (Pinhole Killer) von Schmid Rhyner seien weitere wichtige Überlegungen gewesen. Das alles hätte das Vertrauen geschaffen, hier auf das richtige Pferd zu setzen.

Über die hohe Produktivität, das ausgezeichnete Lackbild und die hervorragende Kantenschärfe hinaus besteche die dmax mit den grundlegenden Vorzügen digitaler Drucktechnologien. Stetter: „Wir können kleinste Auflagen bis hin zum einzelnen Exemplar kostengünstig lackieren.“ Schließlich falle bei dem digitalen Verfahren jede Form der Druckvorlagenproduktion weg, seien bei der dmax weder Druck- und Lackplatten noch Siebe erforderlich. Die digitalen Daten werden von der Druckvorstufe übernommen, gerippt und auf die Maschine gespielt. Unmittelbar danach kann sie die Daten auf die durchlaufenden Bogen applizieren. Im Siebdruck oder auch auf Druckmaschinen waren kleine Auflagen schon wegen der Formkosten und des Zeitaufwands kaum wirtschaftlich darstellbar. Ganz anders bei der dmax: Mit ihr wird es in Zukunft möglich sein, jedes einzelne Druckerzeugnis mit Lack zu individualisieren bzw. zu personalisieren.

Ein entscheidender Vorteil der Digitaltechnologie liegt ausserdem in der Möglichkeit, den Gesamtprozess von der Entwicklung bis zur Produktion umzusetzen. Aufwändige Wiederholungen von Druckversuchen aufgrund geänderter Druckformen fallen weg. Die Technologie lässt eine enorme Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten zu, die sonst nur über verschiedene Lacktypen abgebildet werden können. Damit entfallen hier auch langwierige Entwicklungszyklen bei der Lackformulierung, was bei Konstruktion und Design neuer Verpackungen schlanke Prozesse erlaubt. Selbst erste Muster und Mock-ups sind mühelos darstellbar. Vor dem Hintergrund, dass auch Verpackungen immer kurzlebiger werden, sind das alles unschätzbare Vorteile.

Hinzu kommt die besondere Flexibilität der dmax beim Lackauftrag: Da sich mit der neuartigen Inkjet-Technologie beim Durchlauf gleichzeitig unterschiedliche Schichtdicken/Texturen auf die Bogen auftragen lassen, kann die Maschine in einem Durchgang haptische Effekte unmittelbar neben Glanzflächen realisieren. Sowohl im Sieb- als auch im Flexodruck war das bislang nur mit großem Aufwand möglich. Das ist ebenfalls ein besonderes Feature, das nicht nur im Akzidenzdruck, sondern vor allem im Verpackungsdruck interessante neue Möglichkeiten eröffnet.

„Das Druckhaus Mainfranken hat uns von Anfang an ausreichend Daten und praxisbezogenen Input geliefert, um damit die Leistungsfähigkeit und die Handhabung der Maschine in der Praxis zu überprüfen. Auch sonst haben wir von dem Unternehmen jede Unterstützung bekommen“, lobte Dr. Dirk Schlatterbeck – im Hause Schmid Rhyner als Director Technical Department letztlich der Vater der digitalen Lackiertechnologie – die Zusammenarbeit mit dem Druckdienstleister.

„Für uns war die zentrale Herausforderung, die innovative Lackauftragstechnologie mit unserem soliden konventionellen Maschinenbau in einer zuverlässigen und gleichzeitig sehr flexiblen Hochleistungsmaschine zu integrieren“, blickte Patrik Moser, dmax-Projektleiter im Hause Steinemann Technology, auf die vergangenen Monate zurück. So wartet die dmax mit vielen praxisbewährten Komponenten auf, die speziell auf den Prozess abgestimmt wurden. Das gilt unter anderem für den Einzelbogenanleger mit Ausrichtung (KBA-Anleger), den Bogenreinigungskalander, den hochpräzisen Vakuumbogentransport für reproduzierbare Lackierergebnisse und den Bogenabstapler. Die Bogen werden vor der Lackierstation seitlich ausgerichtet und in Laufrichtung in ihrer effektiven Position erfasst. Der Inkjet-Kopf wird entsprechend der Position des Druckbildes angesteuert. Die Lacke werden mit einem UV-Trockner gehärtet.

Die Standardausführung der Maschine kann um verschiedene Optionen wie eine Bogen-vorstapelung, ein redundantes Inkjet-System oder eine Bogenweiche mit Inspektionstisch erweitert werden. Die Elektronik wurde speziell für die besonderen Anforderungen dieser digitalen Lackiermaschine entwickelt. Steinemann Technology stellt die Maschine in seinem Werk in St. Gallen in der Schweiz her.

Für Mitte September ist im Druckhaus Mainfranken eine Veranstaltung geplant, in deren Rahmen die an der dmax-Entwicklung beteiligten Unternehmen Druckdienstleistern und Markenartiklern die Möglichkeiten der innovativen digitalen Lackiermaschine präsentieren werden.

www.steinemann.com
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